2000, Heft 1
Jonas ruht aus unter einer Rizinus- Staude
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hebräische qîqâjôn. Das aber bleibt letztlich unsicher wie die Über-setzung mit кoλокúvеηg und dem entsprechend also mit„ Kürbis“und der im 4. Jahrhundert n. Chr. des Griechischen ins Latein dersogenannten Vulgata, der ,, Verbreiteten", mit umbraculum ,,, Schat-tendach" für die hedera, d.h. ,, Efeu“ für den ,, Kürbis“ koλokúvoŋç:,, Et praeparavit Dominus hederam,... ut esset umbra super caput[ des Jonas]...": ,, Da ließ Gott der Herr einen Rizinus- Strauch überJonas empor wachsen, der seinem Kopf Schatten geben sollte..."
Das erscheint wie ein völliges Durcheinander der Übersetzungs-schwierigkeiten zwischen dem Hebräischen, dem Griechischen, demLatein und schließlich für uns dem Deutschen.9
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Über diese Übersetzungsschwierigkeiten war sich auch Hie-ronymus( um 350-420), der die griechische Septuaginta in die latei-nische Vulgata übertrug, im klaren. Er war sich dabei der großenSchwierigkeiten sehr wohl bewußt.10 Sein wegen dieser Schwierig-keiten schärfster Gegner war( Tyrannius) Rufinus von Aquileia( um345-410), der als ehemaliger Freund und Mitarbeiter des Hie-ronymus von diesem wegen des Rufinus Eintreten für Origenes( um185-254), den Geächteten( Nicäa 325) und Gefolterten sich be-müßigt gesehen hatte, Rufinus in Rom anzuschwärzen. Doch Rufinuswehrte sich in einer Verteidigungs- und Beschwerdeschrift gegenHieronymus beim Papst Anastasius I.( P. M. 399-401) in der Apolo-
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klopädie der classischen Altertumswissenschaft. 2. Reihe, 4. Halbband, Stuttgart1923, Sp. 1586-1621( Hautsch).
8 Ahrens, K. Was ist qîqajon Jona 4,6,7? In: Zeitschrift für Semitistik undverwandte Gebiete IV, Leipzig 1926, S. 256; Hehn, V.: Kulturpflanzen undHaustiere in ihrem Übergang aus Asien nach Griechenland und Italien sowie indas übrige Europa. 4. Auflage, Berlin 1883, besonders S. 252-260( Cucurbi-taceae) et passim.
9 Es wird aber noch schwieriger. Denn neben кoλoкúvùng( kolokynthees) für den,, Rundkürbis"( lat. cucurbita) wird gelegentlich- auch verwechselnd!- σuкúα( sikýa) auch noch кîкɩ, кîкɩ( kíki, kiki) gebraucht für den ,, Wunderbaum"ricinus. Für den ist sonst der Name кpótov( krotoon) üblich. Aus dieser Fruchtwird ein abführendes Öl gepreßt. Der Name begegnet in den Übersetzungs- Hand-schriften zumal älterer Versionen. So z.B. findet sich gelegentlich auch das WortKɩσσóç( kissos), auch кɩɩɩóę( kittos), für den„, Efeu“, der im Altgriechischendem Bakchos, dem Apollon und den Musen ,, heilig" war. Vgl. Ziegler, J.:Duodecim prophetae.( Septuaginta, Vetus Testamentum Graecum), Band II.Göttingen 1943, S. 251. Man hielt später hedera für die ,, richtige“ Übersetzungdieses qîqâjôn ins Lateinische.
10 Sein Brief 112,22 im Corpus scriptorum ecclesiasticarum latinorum 55,392;( Hilberg).