Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde24 (1918) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
24 (1918) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Verein und k. k. Kaiser Karl- Museum für österreichische Volkskunde.

3. ,, Zeitschrift für österreichische Volkskunde."

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Mit Rücksicht auf die außerordentliche, fast auf das Doppelte gestiegene Erhöhungder Herstellungskosten der Zeitschrift erscheint eine Erhöhung des Bezugs-preises für die Zeitschrift für österreichische Volkskunde nun-mehr unausweichlich. Die Vereinsleitung hat bisher davon abgesehen, von denAbonnenten eine solche statutenmäßig zu beanspruchen. Sie bittet jedoch, um den Umfangder wissenschaftlichen Veröffentlichungen nicht allzusehr beschränken zu müssen, alleFreunde unserer volkskundlichen Arbeit um eine freiwillige Erhöhung desBezugspreises um K 2 pro 1918 und ersucht, die diesem Hefte beiliegenden Post-erlagscheine zur Nachzahlung dieser Beträge benützen zu wollen.

Gleichzeitig wird der Ladenpreis des Jahrganges auf K 10.40 erhöht, ebenso wirdein Aufschlag von 50% auf den Preis für alle früheren Jahrgänge und sämtliche zumVerkauf stehenden Sonderabdrücke festgesetzt.

4. Werke der Volkskunst."

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Von dem periodisch erscheinenden Museumsorgan Werke der Volkskunst( im Verlag der Hofkunstanstalt J. Löwy) sind vor kurzem die Hefte 2-4 des III. Bandeserschienen, womit nun auch dieser Jahrgang trotz der überaus schwierigen Herstellungs.verhältnisse abgeschlossen erscheint. Es finden sich darin Beiträge von Direktor Dr. EdmundBraun( Troppau) über schlesische Weihnachtskrippen, Dr. Karl v. Radinger( Inns-bruck) über spätgotische Flachdecken und Möbel aus dem Vintschgau und Graubünden,Dr. Walter v. Semetkowski( Graz) über ein Friesacher Holzrelief des 16. Jahrhundertesund eine größere Zahl bemerkenswerter Mitteilungen über volkskünstlerisch hervorragendeArbeiten aus dem Kaiser Karl- Museum und dem Städtischen Museum in Steyr aus derFeder von Prof. Dr. Michael Haberlandt und Dr. Artur Haberlandt. DreißigLichtdrucktafeln und zahlreiche Textabbildungen dieses Bandes bringen eine stattliche Zahlvon hervorragenden Museumsobjekten zur Anschauung und begleiten die wissenschaftlichenErläuterungen der genannten Autoren. Hoffentlich ermöglichen die Verhältnisse in Bäldedie Fortführung der Werke der Volkskunst", die sich anerkanntermaßen in viel-versprechender Art zum führenden Organ der österreichischen Volkskunstforschung ent-wickelt hatten.

5. Museumsbericht für das erste Vierteljahr 1918.

Die Einrichtung der 52 Ausstellungsräume mit den erforderlichen Schauschränken,Pulten und sonstigen Ausstellungsbehelfen wurde in angestrengtester Bemühung zum größtenTeil durch die eigene Haustischlerei weiter fortgeführt und ist nahezu vollendet. Das Auspackenvon rund 600 Kisten mit Museumsmaterial bildete eine weitere zeitraubende und mühevolleArbeit, die mit der erforderlichen Reinigung und Restaurierung sämtlicher Objekte Handin Hand zu gehen hatte. Vorläufig sind nun fast sämtliche Sammlungsgruppen in ent-sprechender Ordnung und Sortierung in den für ihre künftige Aufstellung in Aussichtgenommenen Räumlichkeiten untergebracht.

Im Monat Jänner veranstaltete die Direktion auf Wunsch und mit Unterstützungder Orientabteilung Glossar ::: zum Glossareintrag  Orientabteilung des k. u. k. Kriegsministeriums im großen Festsaal der k. k. Univer-sität eine große Ausstellung zur Volkskunde der besetzten Balkan-gebiete, über welche bereits oben, S. 49, berichtet worden ist. Der Erfolg dieserwissenschaftlichen Veranstaltung war ein außerordentlich großer, der Besuch ein geradezuerstaunlich reger. Korporativ besichtigten die Mitglieder einer Anzahl wirtschaftlicherVereinigungen, wie die Niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer, der Nieder-österreichische Gewerbeverein, die Orient Glossar ::: zum Glossareintrag  Orient und Überseegesellschaft sowie verschiedenewissenschaftliche Gesellschaften( Verein für österreichische Volkskunde, k. k. GeographischeGesellschaft, Anthropologische Gesellschaft, Wissenschaftlicher Klub), endlich verschiedeneSchulen, zumeist unter Führung der Herren Rittmeister Dr. R. Kühnelt, LeutnantDr. Artur Haberlandt und Fähnrich Leopold Forstner die Ausstellung. Herr Ritt-meister Dr. R. Kühnelt hatte überdies die Freundlichkeit, im Anschluß an die Ausstellung