Verein und k. k. Kaiser Karl- Museum für österreichische Volkskunde.
65
tionen der zoologischen, geologischen und mineralogischen Abteilungendesselben, endlich auch seitens des k. k. ÖsterreichischenHandelsmuseums ist es der Direktion gelungen, aus den Reserve-beständen der genannten Institute zu günstigen Bedingungen einegrößere Anzahl sehr gut verwendbarer Schauschränke, Pulte und Vitrinenkäuflich zu übernehmen. Präsidium und Direktion beehren sich,hiefür den verbindlichsten Dank abzustatten. Dem k. k. Ministeriumfür öffentliche Arbeiten, im besonderen Herrn Hofrat Freiherrn vonKlimburg sowie Herrn Direktor Hofrat Gustav Lauböck sind wirfür die Überlassung einer weiteren Zahl von Schauschränken undPulttischen zu wärmstem Dank verpflichtet. Die noch erforderlichenErgänzungen hoffen wir teilweise in eigener Regie, teilweise alsGelegenheitserwerbungen in Bälde beschaffen zu können. Alle sach-kundigen Kreise werden die Schwierigkeiten ermessen können, dieauch bei dieser Aktion zu bestehen waren und noch zu bewältigensein werden. Für freundliches Entgegenkommen bei der Preisstellungsagt die Direktion der Baufirma E. Kamenitzky, der Hofkunst-anstalt J. Löwy, dem Möbelhaus Gebrüder Thonet, der Teppich-firma Haas, der Glaserfirma Jos. Rankls Witwe& Sohn, derFarbwarenniederlage Leop. Gramanns Sohn und dem Installations-bureau Ing. Schmidt wärmsten Dank.
So konnte in den letzten zwei Monaten des verflossenen Jahresbereits an das Auspacken der Sammlungen und die Aufstellung dergroßen Museumsobjekte, namentlich die Austeilung der Einrichtungs-gegenstände in den Bauernstuben und die Aufstellung der historischenMöbelsammlung in den hiefür bestimmten Schausälen geschrittenwerden. Der bis ins einzelne ausgearbeitete Aufstellungsplan siehtvor, im ersten Stockwerk mit seinen 25 Sälen und kleineren Räumendie systematischen Sammlungen des Museums der Hauptsache nachländerweise zu verteilen, während im Erdgeschoß eine Flucht von14 volkstümlich eingerichteten Wohngelassen, darunter auch Küchen-räume und Handwerksstuben, die charakteristischen Typen der länd-lichen Wohnsitte in den verschiedenen Volksgebieten Österreichszur Anschauung bringen wird. In den übrigen 9 Erdgeschoßräumenwerden die zu Zwecken von wissenschaftlichen vergleichendenStudien angelegten außerösterreichischen Sammlungen aus denLändern der ungarischen Krone und aus verschiedenen europäischenNachbargebieten, namentlich aus den Balkanländern, in einer ver-gleichenden europäischen Abteilung ihre Aufstellung finden.
Diese Abteilung, deren besonderer Bestand imRahmen des Kaiser Karl- Museums hiemit ausdrücklichfestgestellt wird und deren systematische Erweiterung und Pflegeden Gegenstand ganz besonderer Obsorge der Museumsleitung bildensoll, wird den wissenschaftlichen Kreisen um so willkommener er-scheinen dürfen, als diesbezüglich in den Wiener Sammlungen eine
Zeitschrift für österr. Volkskunde. XXIV.
5