Beiträge zur Volkskunde des Lammertales.
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meisten übrigen Alpen des Lammertales der Rindviehstall unmittel-bar mit der Sennhütte verbunden. Die innerhalb der Waldregiongelegenen Almhütten der Lienbachalpe haben den gleichen drei-teiligen Grundriß wie in der Tennalpe; nur kommt hier noch einseitlich angebauter Kuhstall hinzu.( Fig. 20, 3.) Hier wird nicht mehrin der Käseküche( der» Hütte«), sondern auf dem Dachboden( der» Rauschen«<) über dem Milch- und Käsekeller auf Holzpritschen ge-schlafen.
Eine Stube für die Sennerin findet sich in der Abtenauer Gegendverhältnismäßig selten, im oberen Lammertale kommt sie aber
Hasenelles
Ketter
Hatte
Stube
Senne
ཁྲི་
stall
Hutte
Kasenebler
Hutte
Palle
Kustall
Fig. 20. Grundrisse der Sennhütten.
1. Wandalpe( Seehöhe zirka 1300 m).2. Tennalpe( Seehöhs zirka 1700 m).5. Trattbergalpe
3. Lienbechalpe( Seehöhe zirka 1100 m).4. Spießalpe( Seehöhe zirka 1100 m).( Seehöhe zirka 1500 m).
häufiger vor und scheint erst nachträglich durch Unterabteilung desHaupt- oder Hüttenraumes entstanden zu sein.( Fig. 20, 4.) In einigen,allerdings selteneren Fällen gelangt man in die Hütte nicht direkt,sondern durch einen schmalen Flur, der die nach vorn verlegteStube von der Hütte trennt.( Fig. 20, 5.)
Die Herdanlagen, die man in den Sennhütten des Lammertales antrifft, weisenuntereinander gewisse Verschiedenheiten auf. So fand sich zum Beispiel in den Hütten derWand- und Tennalpe ein zirka 30 cm hoher, aus einigen rohen Steinblöcken in der Eckedes Raumes errichteter Feuerherd. In den anderen Almen besteht aber dieser zumeist auseinem Holzkranz von vierkantig behauenen, fest ineinandergreifenden Balken, der innenmit Steinen oder Erde ausgefüllt und oben mit Steinplatten belegt ist.( Fig. 21.)In die Holzeinfassung der Herdfläche greifen zwei hölzerne Kesselhengste ein, die den