Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde24 (1918) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
24 (1918) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Goldstern.

ist 40 bis 50 cm hoch, gemauert, oben mit Steinplatten belegt und amRande mit Holz, hie und da auch mit Marmor eingefaßt.( Fig. 5 und 6.).Da die Küchendecke fast überall gewölbt ist, ist der vor Feuersgefahrder auffliegenden Funken schützende Rauchmantel(» Rauchkogel«) ent-behrlich. Nur dort, wo die Decke ausnahmsweise aus Holz ist, wirdüber dem Herd ein Rauchkogel angebracht; dieser besteht gewöhnlichaus einem Holzkranz, auf dem sich ein flaches Gewölbe aus Bimssteinaufbaut. Der sich in der Küche verbreitende Rauch wird durch einengemauerten Schornstein abgeführt, dessen Öffnung sich meist über derKüchentür befindet. Hölzerne Rauchschlote sind in dieser Gegendhöchst selten geworden, da sie wegen Feuersgefahr auf das strengsteverboten sind. Von eigentlichen Rauchhäusern ist nur eines vorhanden,das sogenannte Ötzhäusl im oberen Lammertale. Der offene Herd stehthier im Vorhaus und der Rauch entweicht durch die offene Tür unddurch die Ritzen der Holzwand. Der Herd ist häufig mit dem gleich-falls in der Küche angebrachten Backofen unmittelbar verbunden.( Fig. 5.) Diese Backofenanlage scheint früher in dieser Gegend ammeisten verbreitet gewesen zu sein, denn in den einzelnen etwas ent-legenen Ortschaften( Radochsberg, Rigaus, Weitenau) herrscht sieauch heute noch in den dort vorhandenen alten Häusern vor. Da aberder Herd zusammen mit dem zirka 2 m langen, fast ebenso breiten undhohen Backofen viel zu viel Raum beanspruchte, hat man in denletzten Jahrzehnten begonnen, den lästigen Backofen allmählich ausder Küche zu verdrängen. Im Markt Abtenau und dessen nächsterUmgebung ist er entweder nur teilweise ins Vorhaus hinausgeschobenoder aber gänzlich in den der Küche benachbarten Vorratsraum, be-ziehungsweise in das Höfl nirgends aber in die Stube verlegtworden. Die Ofeneinheize ist aber stets in der Küche angebracht, vonwo aus der Backofen beschickt wird. Außer der bereits besprochenen,für die Abtenauer Gegend typischen Backofenanlage findet sich nurausnahmsweise noch eine andere. Bei dieser ist der Backofen in dasHerdmauerwerk eingelassen, dessen ganzen Innenraum er in Anspruchnimmt.( Fig. 6.) Vor der Einheize ist in der ganzen Breite des Herdeseine zirka 50 cm tiefe Grube angebracht, in die man zur bequemerenBeschickung des Ofens einsteigt und die außer Gebrauch mit einemHolzdeckel verschlossen bleibt. In einem der ältesten Häuser Abtenaus,dem Sendlhof, wo sich ein solcher Backofen vorfand, konnten die Be-sitzer keine Auskunft über dessen Alter erteilen. Hingegen ließ es sichin zwei anderen Häusern mit gleicher Backofenanlage feststellen, daßdieselbe mit Rücksicht auf Raumersparnis erst vor 10 bis 15 Jahren anStelle der auf Figur abgebildeten getreten ist. Ob aber derartigeBacköfen schon früher in der Abtenauer Gegend bestanden habenoder ob sie erst in den letzten Jahren hier eingeführt wurden und vonwo sie herstammen, darüber konnte nichts Sicheres in Erfahrung ge-bracht werden.

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