Beiträge zur Volkskunde des Lammertales.
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Die Hofanlage im Lammertale bildet in den weitaus meistenFällen eine Übergangstype zwischen dem Gruppenhof und dem Ein-heitshaus, indem das Wohnhaus und der Pferdestall mit dem darüberbefindlichen Futterraum unter einem First zum Hauptgebäude ver-einigt sind, während die übrigen Wirtschaftsgebäude, wie Stadel,Getreidekasten etc., abgesondert gebaut sind.
Allerdings kommt es in den letzten Jahren bereits hie und da vor, daß mit Rück-sicht auf die Holzteuerung die ganz baufälligen Stadel nicht mehr als selbständiges Gebäudeaufgerichtet, sondern mit dem Wohnhaus vereinigt werden. Außer diesen bisher relativseltenen Fällen findet sich das Einheitshaus im unteren und mittleren Lammertale haupt-sächlich bei Häuslern. Im oberen Lammertale( Gemeinde Annaberg) kommt aber das Einheits-
Fig. 2. Turnerhof( Ortschaft Radochsberg, Gemeinde, Abtenau), dat. 1609.
haus auch bei Großbauern vor. Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind hier hintereinander-geschaltet, wobei das ganze Gehöft stark in die Länge gezogen erscheint.( Fig. 1.)Hie und da ist hier der Stadel nicht unmittelbar, sondern durch eine Brücke(„ Vortenn")im Obergeschoß mit dem Wohnhaus verbunden. Die Frage, ob diese Hofanlage eine alter-tümliche sei oder ob sie, wie im mittleren Lammertale, aus dem Gruppenhof hervorgegangenist, muß mangels diesbezüglicher Nachweise dahingestellt bleiben.
Das Wohnhaus ist gewöhnlich zweigeschossig, wobei dasUntergeschoß zumeist gemauert, das Obergeschoß aus Holz in Schrottwandkonstruktion erbaut ist.( Fig. 2.) Nur bei einem Haus, demGwechenbergerhof, das, wie eine an dessen Tor angebrachte Tafelbesagt, aus dem Jahre 1730(?) stammen soll, sind die zwei unterenGeschosse gemauert; die Besitzer erklären dies damit, daß dieser Hoffrüher von zwei Familien bewohnt gewesen sei.( Fig. 3.)
Holzhäuser kommen am meisten in den höher gelegenen Ort-schaften des mittleren und des oberen Lammertales vor, wo wegen
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