Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Kaiser Karl- Museum für öst. Volkskunde. 95
V. Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Kaiser Karl- Museumfür österreichische Volkskunde.
1. Empfang des Präsidiums durch Ihre K. u. K. Apost. Majestäten Kaiser Karlund Kaiserin Zita.
Um dem ehrfurchtsvollsten Dank für die Übernahme des Protektoratsüber Verein und Museum für österreichische Volkskunde durchSeine Majestät Kaiser Karl I, sowie für die huldvolle Erlaubnis, daß sich das k. k. Museumfür österreichische Volkskunde nach dem Allerhöchsten Namen benennen dürfe, anden Stufen des Thrones Ausdruck zu leihen, hatte das Präsidium um die Gewährungeiner Audienz bei Seiner Majestät dem Kaiser angesucht. Am 31. Mai fand nun dieserhuldvollst gewährte Empfang des Präsidiums durch Ihre Majestäten Kaiser Karl undKaiserin Zita statt. Es wurden korporativ empfangen: Präsident Graf Rudolf Traun,Ehrenpräsidentin Gräfin Nandine Berchtold, Generalsekretär und MuseumsdirektorProf. Dr. M. Haberlandt sowie die Vizepräsidenten Sektionschef Dr. A. Breycha,Truchseẞ O. v. Hoefft und Prof. Dr. E. Oberhummer. Die huldigende Dankrede desPräsidenten, welche in das feierliche Versprechen ausklang, im Kaiser Karl- Museum denVölkern Österreichs eine wissenschaftliche Ehren- und Erinnerungsstätte würdigster Arterrichten zu wollen, wurde von Seiner Majestät mitnachfolgender Allerhöchster Anspracheerwidert:Ich habe das Protektorat über den Verein undüber das Museum für österreichische Volkskundegern übernommen und freue Mich, Meinen Namenmit einem Institut von SO hervorragend vater-ländischer und wissenschaftlicher Bedeutung ver-bunden zu wissen. Mit dem Zeitpunkte, in welchem demVerein die Möglichkeit geboten wird, seine großzügigen patriotischenBestrebungen in einem eigens hiezu geschaffenen Heime unge-hemmt zu entfalten, beginnt ein neuer Abschnitt in der Ent-wicklungsgeschichte des Museums.
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Der Verein kann mit Genugtuung auf die Ergebnisse seinervieljährigen unermüdlichen Forscherarbeit blicken und aus dieserehrenvollen Vergangenheit die Zuversicht schöpfen, daß es ihm auchfernerhin vergönnt sein werde, seine Tätigkeit von den schönstenErfolgen begleitet zu sehen. Möge das Museum eine Quellerichtiger Erkenntnis der heimatlichen Verhältnisse, ein Denkmaltreuer Vaterlandsliebe, ein Wahrzeichen der unerschütterlichenZusammengehörigkeit aller Völker Österreichs werden! Ichwerde Ihre schönen Bestrebungen stets freudigfördern und dankbar anerkennen.
Danach wurden sämtliche Mitglieder der Deputation von Ihren Majestäten durchhuld volle Ansprachen ausgezeichnet, wobei das Allerhöchste Kaiserpaar nicht müdewurde, seinem warmen und tiefen Interesse für die österreichische Volkskunde und imbesonderen für die einschlägigen Bestrebungen unseres Vereines und namentlich dessenMuseums Ausdruck zu geben. Dem Gründer des Vereines und Schöpfer sowie Leiter des KaiserKarl- Museums Prof. Dr. Haberlandt sprach Seine Majestät die volle AllerhöchsteAnerkennung und seinen kaiserlichen Dank für diese mühevolle Schöpfung aus, über derengroße Bedeutung sich Seine Majestät in huldvollster Weise äußerte. Das Präsidium verließden Audienzsaal mit dem beglückenden Gefühl, einen unvergeßlichen Ehrentag des Museumsfür österreichische Volkskunde erlebt zu haben.
2. Statutenänderung.
In der Jahresversammlung am 16. April wurde einhellig eine Reihe von Abände-rungen der Statuten, die namentlich durch die Ausgestaltung des k. k. Museums fürösterreichische Volkskunde erforderlich wurden, zum Beschluß erhoben. Die k. k. Statt-halterei hat mit Erlaß vom 25. Juni d. J. denselben ihre Zustimmung erteilt. Der Wort-laut der genehmigten Satzungen folgt im Anhange.
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