Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde23 (1917) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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23 (1917) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Neweklowsky.

Der Kaffee spielt eine sehr große Rolle. Dem Gaste wird sofortbei seiner Ankunft Kaffee bereitet, jeder abgeschlossene Handel wirdmit Kaffee besiegelt. Gewöhnlich wird der Kaffee mit Milch getrunkenund dem Gast wird noch dicke Haut, skorup, daraufgegeben.

Mitunter steht auch der Webstuhl, stan, in der Kuća, gewöhnlichjedoch in der unten zu besprechenden Stube( soba). Irgendwo ineiner Ecke lehnt wohl auch der Spinnstab, die Preslica, und im Portikhängen große Wollknäuel( klupko), die der Verarbeitung harren,eine bunte Torba, ein Hafersack für die Pferde( zobnica), wohl auchein Glockenhalsband für die Ziegen( obluk, Taf. III, 12), uže, das sindWollseile, mit denen die zu befördernden Gegenstände am Samar,dem Tragsattel der Pferde angebunden werden, mit denen man denPferden auf der Weide die Vorderfüße zusammenbindet( putilica) undaus denen man den Oglav oder Jular, das Kopfgestell für die Pferdemacht. In der Kuća liegt wohl auch eine Hacke( sjekira), ein krummesHolzmesser( kosijer, Taf. III, 13) und ein Ostve, ein mit starken Eisen-spitzen versehenes Stück Eisenblech, das den Kälbern umgebundenwird, um sie abzugewöhnen.

Wenden wir uns vom Portik nach links, so gelangen wir in dieStube( soba, so in Taf. I, 1), die, wie erwähnt, stets eine Decke( tavan)besitzt. Gewöhnlich besitzt die Soba keine Feuerstelle, wobei ichvon» modernen« gußeisernen Öfen und Blechsparherden, die sich abund zu vorfinden, absehe. In besseren Häusern ist aber auch in derStube eine Ognište vorhanden, wobei naturgemäß für die Abfuhr desRauches gesorgt werden muß, da dieser hier nicht durch das Dachentweichen kann. Es entsteht dadurch ein Kamin( hodžak, Taf. III, 17),daß die Ognište an die Wand und noch ein Stück in diese hinein-gerückt ist und über sie die Mauer schirmartig herausragt. EinSchornstein führt dann den Rauch ins Freie.

In der Stube stehen Truhen( sanduk), die oft mit Schnitzereiverziert sind, an der Wand hängen Kleidungsstücke, ein paar Heiligen-bilder, wohl auch eine Gusle, das einsaitige Streichinstrument.

Ein Tisch, Bänke und Stühle, wohl auch Betten, die sich mit-unter in der Stube vorfinden, tragen keinen ursprünglichen, sondernAllerweltscharakter.

Oft steht in der Stube der bereits oben erwähnte Webstuhl.

Wenn auch das bisher beschriebene Haus den Typus des west-montenegrinischen Wohnhauses vorstellt, so kommen doch auchziemlich häufig Abweichungen vor. So fehlt zum Beispiel der Portikund man gelangt direkt in den Herdraum, von dem die Stube durcheine Wand abgetrennt ist. Den in der Herzegowina häufigen Typusdes von der einräumigen Kuća abgetrennten Wohngebäudes( čardak),habe ich in Montenegro bloß einmal gefunden. Hingegen kommenauch Wohnhäuser vor, die bloß aus dem Herdraum bestehen. Diesstellt wohl den Typus der Sommerhütten( koliba) vor, ist aber sonstnur bei sehr ärmlichen Familien anzutreffen.