Kleine Mitteilungen.
Jeder März nebel bringt hundert Tage darauf ein Donnerwetter.
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Zu Ostern erhält jedes Mitglied des Hauses Scheckeln, das heißt rot gefärbteEier, mit denen dann das junge Volk gern peckt, das heißt die Eier aneinanderstoẞt;dessen Ei ein anderes durchstoßt, der hat dasselbe gewonnen.
Osterpackel. Jedes Mädchen, das einen Geliebten hat, muß ihm, damit er ihmtreu bleibe und es zum Tanzen nehme, ein Osterpackel geben, das heißt nicht bloß roteEier, Kuchen und Wecken, sondern auch seidene Tücher, Brustlatz, Westenzeug unddergleichen, so daß es hübsch hoch kommt.
Eiersprüche:
Nimm hin diese Eier von meiner Hand,Sie sind der Freundschaft Unterp'and.
Ein wahrer Freund ist Goldes wert,
D'rum suche die Freundschaft hier auf dieser Erd'!
Wie Du von den Toten auferstanden bist,
Laß auch uns auferstehen, Herr Jesu Christ!
Dann werden wir durch Dein AuferstehenGleich Dir aus unsern Gräbern gehen.
Unserem hochwürdigen Herrn Pfarrer zu EhrenUnd sein Lob zu vermehren.
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Im Bild zeigt Ihnen die Natur
Der reinsten Freude schöne Spur.
So soll auch täglich immergrün
Ihnen neue Lebensfreude blüh'n.
Am Ostersonntag trachten die Bauern, früher als ihre Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber nach Hausezu kommen, damit der Haar gut gerate. Ob das ein purer Scherz oder wirklicher Aber-glaube ist, ist mir unbekannt.
Der Prowold- Sonntag, der erste Sonntag nach Ostern, von dem böhmischenprobuditi, auferwecken; vermutlich, weil an diesem Tage die Andacht der Auferstehungneuerdings gefeiert wurde.
Hauptsonntag, zweiter Sonnlag nach Ostern, weil an demselben das Fest derBruderschaft des heiligen Hauptes einst gehalten wurde, wie es noch in Tweras der Fall ist.
Im südlichen Böhmen suchen sich die Gemeindehirten, ehe sie im Frühjahredie Herde austreiben, Weihwasser aus drei verschiedenen Pfarreien zu verschaffen. Nunwird an dem Weideplatze der Geißelstecken senkrecht in die Erde gesteckt und rund umdenselben in immer größerem Umkreise das Erdreich mit Weihwasser besprengt.
Dies soll die Wirkung haben, daß das Vieh gebannt bleibt und nicht„ piselt", dasheißt nicht hitzig wird und sich zerstreut, oder wenn es geschieht, sich doch nicht ver-laufen kann, sondern in stetem Umkreise um die geweihte Stelle herumlaufen muß, bises müde wird.
Botrychium Lunaria, Mondraute, wird hier im Frühjahre häufig gesammelt undden Kühen gegeben, um die Milch zu vermehren.
Wenn bei uns das Korn blüht, so blühen auch die Roden ¹) und auch derHollunder fängt zu blühen an.
Wenn's am Pfingstsonntag regnet, so regnet es dem Bauern Müh' undPlag' das heißt, es wird der Sommer sehr feucht und die Ernte schwer einbringlich sein.Das Besprengen der Felder geschieht zu Pfingsten und zu Johanni Bapt.Wenn das Getreide in die Scheuer kommt, wird es auch mit Weihwasser besprengt.Um das Getreide vor Schauer zu bewahren, gehen die Leute zu St. Johanni Bapt.mit einem Gefaß voll Weihwasser aufs Feld und hesprengen das Getreide damit.
1) Konraden.
Zeitschrift für österr. Volkskunde, XXI.
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