Kleine Mitteilungen.
O nein, o nein, das kann nicht sein,Hab' ich ein hübschen Bauernsohn,Es tut ihm sehr verdrießen.
Komm' du' s mir spät wohl in der Nacht,Wo niemand auf der Gassen wacht,Wohl hin zu meinem Fenster.
Er kommt wohl spät in der Nacht,Wo niemand auf der Gasse wacht,Wohl hin zu ihrem Fenster.
Das Mädchen steht auf im Hemd schneeweißUnd macht ihm auf mit großer Freud',Bei der Lieb tut er' s gleich nehmen.
Es steht nicht an eine halbe Stund',Dann kommt der hübsche BauernsohnWohl hin zu ihrem Fenster.
Er klopfet an mit sein' goldenen Ring.Ei Schatz'l, schlafest oder bist nit drin,Wirst meiner bald aufmachen?
Ich mach' nit auf, ich steh' nit auf,Tut mir heut nacht der Kopf so weh,Kann is nit aufstehen.
Bleib' drin, bleib' drin, du falsches Sinn,Ich glaub', du hast ein' andern drin,Er wird dich schon verführen.
Es wollt ein Mädel ganz früh aufsteh'n,Im kühlen Brunn' um Wasser geh'n,Da begegnet ihr Herzliebster.
Geh' weg, geh' weg, du falscher Traum,Dein Köpflein steht als wie ein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib.Wie hast heut' nacht geschlafen?
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Ich hab' geschlafen ganz munter und wohl.Ach, daß sich Gott erbarmen soll,Meine Ehr hab' ich verschlafen.
I hab' nur glaubt, i will di lieben,Mit Trommel und Pfeifen in die Kirchenführ'n,
Aber nein, jetzt muß ich di lassen.
Ich hab' nur glaubt, ich will di lieben,Mit dem grünen Kranz'l zum Altar führen,Aber nein, jetzt muß ich di lassen.
( Schluß folgt.)
( Melodie Nr. 7.)
II. Kleine Mitteilungen.
In der
Zur Herkunft der Heanzen.
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„ Zeitschrift für österreichische Volkskunde" erschien im diesjährigenBand XXI, S. 101 ff., eine Arbeit von Irene Thirring- Waisbecker überVolkslieder der Heanzen, Wo in einer Fußnote kurz die Herkunft diesesStammes besprochen wird. Diese enthält, älteren unbegründeten Vermutungen folgend,mehrere Unrichtigkeiten, welche einer Widerlegung bedürfen, umsomehr als meineeingehenden Forschungen die ganze Frage längst in helles Licht gestellt haben, woraufdort nicht die mindeste Rücksicht genommen ist. Es heißt dort, die erste,wahrscheinlich fränkische Einwanderung geschah zur Zeit Karl des Großen. Nun sindwir aber darüber durch dessen Geschichte Einhards sehr genau unterrichtet. Karlversetźle 805 die von ihm besiegten Avaren zu ihrem Schutze vor den sie nunbedrängenden Slawen in die Gegend zwischen Cabaria und Carnuntum, was aber Karantanienheißen soll, 1) also in das heutige Heanzenland daher damals keine Heanzen gewesensein werden. Noch 846 sind dort und vielleicht auch 871 noch Avaren. J. R. Bünkerteilt mir in einem Brief vom Jahre 1903 mit, daß in Rettenbach bei Bernstein die Bewohnerallgemein als Avaren bezeichnet werden und einen mongolischen Gesichtsschnitt haben,wenn sie auch seit jeher der Sprache nach Heanzen sind. Die Gegend von Zöbernbachvon Niederösterreich bis Steinamanger und weiter war etwas später vom Erzbistum Salzburgaus deutsch, also bayrisch besiedelt worden, jedenfalls in bayrischer Weise, was aber inden folgenden slawischen und magyarischen Einfällen fast vollständig unterging. Nur inNiederösterreich und Steiermark, wozu diese Gegend damals gehörte, hat sich im Gebirgedie bayrische Siedlung aufrecht erhalten, während jenseits der ungarischen Grenze nur1) Siehe Nr. 2 der Literatur.