Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde22 (1916) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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22 (1916) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde. 135

zuwendete, sondern demselben auch in eifriger Propaganda in SeinerExzellenz dem Herrn Gouverneur der Bodenkreditanstalt Dr. RudolfSieghart einen neuen Stifter, sowie in dem Herrn GeneralratB. Wetzler, der Firma Eisler& Sohn, Herrn PrivatierK. Taborsky und in Frau Frida Ripper munifizente Gönner zugewinnen wußte. Die Erste österreichische Sparkasse, dasBankhaus Rothschild, die Firma Schenker& Ko. unter-stützten unsere Sache als fördernde Mitglieder mit einemJahresbeitrag von K 100. Für die Treue, mit der die meisten unsererzahlreichen Mitglieder auch in den schwierigen Zeitläuften unserenvaterländischen Bestrebungen ihre Unterstützung leihen, sei hier nichtunterlassen, dem wärmsten Dank mit Genugtuung Ausdruck zu leihen.

Von der Vereinsleitung stehen Schriftführer Dr. Artur Haber-landt und Prof. Dr. Karl Ritter v. Spieß im Felde. Ersterer wurdeam 4. November in einem siegreichen Gefecht östlich von Trebinjedurch Handgranatensplitter am Auge verletzt, ist aber zu unsererFreude wieder vollkommen hergestellt und leistet bereits seit MitteDezember wieder militärischen Dienst. In militärischem Dienstestehen ferner Herr Ausschußrat k. u. k. Hauptmann Alfred Ritterv. Walcher, der in der Leitung der Kunstabteilung der Kriegs-metallsammlung seine fachmännischen Kräfte auf das erfolgreichstebetätigt hat, sowie in militärärztlicher Verwendung Herr Dr. med.et phil. Rudolf Trebitsch.

Die Mitgliederbewegung hielt sich trotz der ungünstigen Zeit-verhältnisse in normalen Grenzen. Wir betrauern den Tod einernicht geringen Zahl von treuen Freunden unserer Sache, von denenuns Hofrat Dr. J. Huemer und Regierungsrat Ed. Gerisch durchunmittelbare Mitarbeiterschaft in früheren Jahren unterstützt hatten.Infolge der Rückeroberung von Galizien und der Bukowina konnteder Verkehr mit unseren dortigen Mitgliedern wieder aufgenommenwerden, dagegen ist vorläufig die Verbindung mit unseren Mitgliedernin den Ländern des italienischen Kriegsschauplatzes noch unterbunden.Es bedeutet für uns eine besondere Freude und Genugtuung, daß wirgerade aus den nordöstlichen wie den südwestlichen Gebieten zurrechten Zeit noch volkskundliche und volkskünstlerische Sammlungenin ausreichendem Umfang beschafft haben, welche jetzt bei der unge-heuren absichtlichen und unabsichtlichen Zerstörung und Verschleppungallen nationalen Gutes in den Ländern des Kriegsgebietes doppeltenvaterländischen und wissenschaftlichen Wert besitzen.

Aus der herrlich gesteigerten Liebe zur Heimat und dem imKriegsfeuer erhärteten stolz erneuten Bekenntnis zum Vaterland undseiner Völkerkraft wird und muß auch unserer besonderen Sache imneuen Jahre neue Blüte kommen: mit dieser festen Zuversicht setzenwir unsere Arbeit mit unentwegtem Eifer zu Nutz und Ehre allerVölker Österreichs fort.