Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde22 (1916) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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22 (1916) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Der Brecheltanz im niederösterreichischen Wechselgebiete.

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erhebt sich aber ein neuer Streit, der Mann schlägt wieder nach ihrund diesmal erweisen sich alle Wiederbelebungsversuche fruchtlos.Nachdem der Mann zu dieser Erkenntnis gekommen, ergeht er sichnicht vielleicht in nutzlosen Klagen, er zeigt sich vielmehr vollkommengefaßt und beginnt seiner besseren Hälfte» die Haut abzuziehen«<, indemer ihr die Jacke auszieht. Diese hängt er über die Schulter und bietetsie jedem der Umstehenden zum Kaufe an. Mittlerweile erhebt sichaber das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib und mengt sich unter die Zuschauer. Sobald der Mannmit der Haut an sie kommt, fährt sie auf ihn los, der Mann ergreiftdie Flucht und beide laufen zur Tür hinaus. Das Ganze, besondersdie Streitszenen und die Wiederbelebungsversuche mit den frei ausden Stegreif geführten Reden bieten den Darstellern einen ziemlichgroßen Spielraum, um ihren Mutterwitz und ihre Schlagfertigkeitvollauf betätigen zu können.

Das Schuhsuchen. Die Teilnehmer hocken sich im Kreiseeng aneinander herum. Ein Schuh wird unter den Knien von einemzum anderen gegeben. Mitten im Kreise steht der Schuster und suchtden Schuh. Die Hockenden zeigen ihn auch öfter vor mit den Worten:» Schuaster, wichs, wichs!«, worauf er sofort wieder versteckt undweitergegeben wird. Erwischt der Schuster endlich den Schuh, sohockt er sich an die Stelle desjenigen, bei dem der Schuh erwischtwurde, und dieser ist jetzt der Schuster.

Der Polsterltanz. Die Tänzer stellen sich im Kreise auf undreichen sich die Hände. Ein Tänzer steht in der Mitte mit einemPolster. Während die Musik spielt, gehen alle im Kreise herum, derin der Mitte aber sucht sich unter den Tänzerinnen eine aus, welcherer den Polster zu Füßen legt. Diese muß sich schnell daraufknien,sonst zieht der Tänzer den Polster zurück und sie kniet auf demharten Fußboden, während er sich eine andere sucht. Gelingt es ihraber auf den Polster zu kommen, so tanzt sie mit dem Tänzer einige-mal in der Runde herum. Der Tänzer tritt in die Reihe und dieTänzerin sucht sich nun auf dieselbe Weise einen Tänzer und dasTanzspiel geht so fort, bis alle Teilnehmer darangekommen sind.

Der Heandrecktonz. Fünf Mädchen stellen sich in einerReihe hintereinander auf und ziehen in dieser Aufstellung im Kreiseherum. In jeder Ecke der Stube steht ein Bursche. Während desUmzuges spielt die Musik eine marschmäßige Weise. Plötzlich brichtsie ab und die Mädchen stieben auseinander, um einen der Burschenzu erwischen. Eine muß natürlich übrig bleiben und muß bei demdarauffolgenden Tanze als» Heandreck« allein tanzen. Die Musikschweigt wieder und die Mädchen beginnen wieder ihren Kreisgangunter Führung des übriggebliebenen, Mädchens. Das Spiel kann auchso ausgeführt werden, daß die Geschlechter ihre Rolle vertauschenoder daß die Zahl der Teilnehmer entsprechend vergrößert oder ver-kleinert wird.