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Kleine Mitteilungen.
dargestellt sein sollten. Die Flügel und der Schwanz waren aus gefaltetem Papier hergestelltund ebenfalls mit farbigen Papierstreifen geziert, der Kopf war aus Papier geformt.
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Marie Andree- Eysn bespricht die Heilig- Geist- Taube in ihrem Buche Volks-kundliches. Aus dem bayrisch- österreichischen Alpengebiet" ausführlich und bringt nebstAbbildungen der Heilig- Geist- Taube aus dem erwähnten Gebiete auch eine solche ausDeutschböhmen.
Die figürliche Darstellung des Heiligen Geistes als Taube bezieht Andree- Eysn aufdie Taufe Christi zurück, von der es in den Evangelien heißt: Und der Heilige Geist fuhrhernieder in bildlicher Darstellung auf ihn wie eine Taube. Lukas 3. 22., Matth. 3. 16.Marc. 1. 10.
Gab nun diese Stelle aus dem Evangelium dem Bauer den Anlaß zur Kulthandlungin Betreff der Anbringung einer Heilig- Geist- Taube in seiner Stube?
Bevor ich diese Frage zu beantworten versuche, will ich auf die Symbolik derTaube im allgemeinen hinweisen.
Unter den mannigfachen Symbolen, welche die Taube darstellt, ist wohl jenes derFruchtbarkeit das ursprünglichste. Noahs Taube, im Gegensatz zum Raben, kann alsFrühlingsbotin und demnach als Sinnbild der Fluchtbarkeit aufgefaßt werden. Die Mutterdes indischen Ehegottes Pollear oder Ganesa, wie er sonst noch heißt, ist die TaubeParvati, die ihn ohne Zutun eines Mannes im Wasser empfangen hatte.( F. Nork, Mythologieder Volkssagen, S. 407.) Das aus ägyptischen Hieroglyphen zurechtgeformte Tempelidol„ Leben befindet sich zwischen zwei Tauben auf einem Votivstein in Karthago.( Pietschmann,Geschichte der Phönizier.) Astarte, die assyrisch- phönizische Göttin der Fruchtbarkeit, hatdie Taube als Attribut.( M. Hoernes bringt die Abbildungen eines goldenen Astart-tempelchen mit Tauben und Astarte mit Taube aus Mykene in, Urgeschichte der bildendenKunst in Europa", S. 352 und 353.) Aphrodite, der Schaumgebornen, ist ebenfalls dieTaube geheiligt; an einem südlich von Kairo gefundenen Bronzespiegel, etwa aus demJahre 1400 v. Chr. stammend, stellt dessen Griff die Liebesgöttin mit der Taube dar.( Vorältestes Volk in Ägypten" von Karl Blindt.) Auch der nordischen Göttin der Frucht-barkeit Frigg oder Freia( Frau Holle oder Frau Berchta) scheint die Taube nahegestandenzu sein; denn nach einer thüringischen Sage erscheint diese Göttin unter der Gestalteiner Taube: In Diemitz bei Halle denkt man sich in den zwölf Nächten eine Taubedurch die Luft fliegend. Hört man ihren Flügelschlag( Wunschwind), so freuen sich dieLandleute, denn dieses Rauschen ist das Anzeichen eines fruchtbaren Jahres. Wo sie sichniedergelassen hat, da grünt und blüht es im kommenden Sommer am schönsten, wo sievorüberzieht, werden die Felder fruchtbar.( Sommer, Thür. Sag. Nr. 9.) Einige Ähnlichkeitmit obiger Sage hat der alte Brauch in Florenz, nach welchem am Sonnabend vor Osterneine an einem von dem Altar der Kathedrale zum Baptisterium gezogenen Draht sichbewegende künstliche Taube ein Feuerwerk entzündet, und nach Art ihres Fluges unddes Entzündens des Feuerwerkes verkündet sie den in die Stadt geströmten Bauern denAusfall der kommenden Ernte.( Robert Eder,„ Mystisch- allegorische Vogelgeschichten undderen Ursprung" in Mitteilungen des ornithologischen Vereines in Wien„ Die Schwalbe",XV, 1891, S. 183 f.) Heute noch bedeutet dem Brautpaare in Böhmen das Erblicken vonTauben beim Ausgang aus der Kirche Glück in der Ehe.
Das Mittelalter kannte sonst noch eine hervorzuhebende Symbolik der Taube. DasKolumbarium, das gewöhnliche silberne Gefäß, worin das Sakrament des Altars aufbewahrtwurde, hatte Taubengestalt.„ Hier kann," sagt Wolfgang Menzel(„ Christliche Symbolik",I, S. 142)„ unter der Taube nicht der Heilige Geist, sondern muß die Gottesmutter ver-standen werden, die den heiligen Leib in sich getragen."
Und die heilige Maria,, die Taube ohne Galle", wie sie überall in alten Marienliederngenannt wird, gilt auch als Segenspenderin der Fluren und Äcker. In Tirol wird einMarienbild, die Heimsuchung darstellend, unter Gesang bei Nacht nach einem entferntenGehöft getragen, wo es bis nächste Nacht verbleibt, um dann wieder auf ein anderesGehöft gebracht zu werden. Jeder schätzt sich glücklich, es zu beherbergen, da es, wohin