Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde21 (1915) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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21 (1915) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde. 27

Börsenkammer, aller Voraussicht nach, den ursprünglich äußerst bis 1. November 1915erstreckten Termin des Verbleibens unserer Sammlungen in den derzeitigen Räumlichkeitenmit Berücksichtigung der ernsten Zeitlage bis zum August 1916 zu verlängern sich bereitfinden wird.

Dank dem Entgenkommen des Bezirksvorstandes der Josefstadt Johann Bergauerund auf gütige Einflußnahme des Stadtrates H. A. Schwer wurden dem Museum zurUnterbringung einer größeren Zahl seiner Neuerwerbungen( hauptsächlich bäuerlichesMobiliar, Täfelungen, Öfen) aus den beiden letzten Jahren die geräumigen Magazine imAmtshause des VIII. Bezirks überlassen, die im Laufe des Berichtsjahres durch Abtransporteaus den völlig überfüllten Museumsräumen vollständig belegt worden sind. Für denAbtransport wurde ferner die keramische Reservesammlung( über 1000 Stück) sowie diemehrere hundert Stück zählende Kachelsammlung in Kisten verpackt. Desgleichen wurdenüber 380 Figuren der großen Tiroler Krippe des Museums nach vorausgegangener Reinigungund Konservierung zum Abtransport bereitgestellt.

Die Ausstellung der baskischen Sammlung wurde nach Inventari-sierung und wissenschaftlicher Durcharbeitung derselben, wobei eine große Zahl derhervorragendsten Stücke abgebildet worden ist, abgeräumt, die Sammlung ordnungsgemäßverpackt und magaziniert. Herr Dr. Rudolf Trebitsch bereitet eine mit zahlreichenAbbildungen unterstützte wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlung vor.

Nach Schluß der Sonderausstellung von Holzschnitzereien aus dem Grödentale auseigenen und den Beständen des k. k. technologischen Gewerbemuseums erfolgte dieHerausgabe der von Kustos Dr. Artur Haberlandt verfaßten umfassenden Untersuchungüber diesen interessanten Zweig tirolischer Volkskunst und Hausindustrie. Das reicheIllustrationsmaterial( 14 zum Teil farbige Lichtdrucktafeln und 19 Textabbildungen) wiedie erschöpfende kunstgeschichtliche und historische Durchforschung des Materials stempelndie genannte Arbeit zu einer abschließenden Studie über diesen Gegenstand. Die Veröffent-lichung erfolgte mit gütiger Unterstützung des k. k. Ministeriums für öffentliche Arbeiten,für welche die Direktion den ehrerbietigsten Dank abzustatten sich verpflichtet fühlt.

Mit dankenswerter Unterstützung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterrichterfolgte im Berichtsjahre weiters auch die Herausgabe des II. Bandes der im Vorjahremit schönen Hoffnungen begonnenen Museumszeitschrift Werke der Volkskunst",in welchem sechs größere, reich illustrierte Abhandlungen und eine Reihe verschiedenerkleiner Mitteilungen erschienen sind. Die Direktion hofft, daß es ihr trotz der einsten,schweren Zeit auch in diesem Jahre gelingen wird, die Fortführung dieser belangreichenVeröffentlichung zu sichern, und rechnet dabei zuversichtlich auf die Mitwirkung derMuseumsvorstände und sonstigen Fachmänner in ganz Österreich.

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Zu Beginn des Jahres 1914 erschien auch die Neubearbeitung des Museums-führers, welcher, voraussichtlich die letzte Auflage in den jetzigen Museumsräumlich-keiten, den derzeitigen Stand der aufgestellten Sammlungen abspiegelt. In Ergänzungdesselben wurde die Bezettelung der Gegenstände so weit als möglich vervollständigt.

Die weitere Ausgestaltung der Museumssammlungen, welche sich dank der intensivenSammeltätigkeit der letzten Jahre in der Hauptsache immer mehr dem Abschluß nähert,wurde auch in der ersten Hälfte des Berichtsjahres mit regem Eifer betrieben. Es gelangtenzahlreiche größere und überaus wertvolle Serien, besonders aus Nieder- und Oberösterreich,Kärnten, Tirol, dem Egerlande, dem Böhmerwald und aus Schlesien, in unseren Besitz.Besonders möchte ich daraus ein großes, sehr gut erhaltenes Fastentuch( bez. 1644) mit36 Darstellungen aus Steiermark, dessen Erwerbung der Munifizenz Seiner Durchlauchtdes regierenden Fürsten Johann von und zu Liechtenstein verdankt wird,zahlreiches Bauernmobiliar des 16. und 17. Jahrhundertes aus dem Puster- und Oberinntal,dem Vinschgau, dem Nonsberg, einige vollständige Öfen aus Tirol, zahlreiche Trachtenaus Nieder- und Oberösterreich, ein prächtiges Relief der Anbetung Jesu aus dem16. Jahrhundert von Kärnten( Friesacher Gegend) hervorheben. Durch die überausdankenswerte Unterstützung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht war