Almenwirtschaft und Hirtenleben in der Mährischen Walachei.
17
der Speicher des Salasch( komorník) in die Hausflur verwandelt wirdund infolgedessen der Haupteingang nicht direkt ins Wohnzimmer,sondern durch die Flur geführt wird. Manchmal, wie Figur 2 c zeigt,wird von der Flur noch eine besondere Aufbewahrungskammer ab-getrennt, in anderen Fällen wieder, Figur 2b, an den Wohnraumangebaut. Vor allem jedoch weist auf die Verwandtschaft beiderSiedlungsformen die Tatsache hin, daß selbst auf den Paseken und beiden Hofern trotz mancher Schwierigkeiten die Schafzucht noch nichtvöllig aufgegeben wurde, daß man noch immer, wie auf den Almen-hütten, in charakteristischer Weise die Düngung durch das Verschiebendes Košár vornimmt, daß man täglich den Schafkäse bereitet undanderes mehr.
16
1a.
g
2
1
За
5
la
Aa
5
16
મધ્ય
5
3
Figha
6
6
Fig. 2b.
Fig. 2.
6
Fighe
a) Grundriß des Salasch auf der Černáhora unter dem Radhošt. b) Hütte des Jan Pekař a Babínek inNeu- Hrozenkau. c) Hofersalašnik im Tale Radkov.
1 Flur.
1a Kammer
Erläuterung der Ziffern:
Ba Vorratskammer.
4 Herd.
4a Watra.
2 Abstellbänke.
3 Komorník( Speicher).
5 Tisch.
6 Bank.
7 Truhe,
8 Putyra.
9 Schlafstelle.
10. Schlußfolgerungen. Wir haben in Kürze darzustellenversucht, inwieweit die Entwicklung der Almenwirtschaft in derMährischen Walachei noch heute in den natürlichen und kulturellenVerhältnissen des Landes begründet ist. Wir sehen, wie fast nirgendsmehr Platz vorhanden ist, wo nicht eine andere, lohnendere Formextensiver Wirtschaft( Forstwirtschaft) oder selbst eine intensivereBodenkultur( Ackerbau) möglich wäre. So erklärt sich in natürlicherWeise der Verfall der Almenwirtschaft in Mähren, von dem wir nocheingehend sprechen werden. Wir sehen weiter, wie die natürlichenLebensbedingungen in früheren Zeiten gerade dieser Wirtschaftsformgünstig waren. Endlich erkannten wir, wie noch heute der Prozeßder Verdrängung der Almenwirtschaft durch die rasch wachsendeBevölkerung und die steigende Kulturintensität vor sich geht, so daßdas Bild, welches die Almenwirtschaft darbietet, sich von Jahr zu Jahrzusehends ändert. Nur eine gleichmäßige Berücksichtigung der natür-lichen und kulturellen Bedingungen und des geographischen Milieus kann
Zeitschrift für österr. Volkskunde. XXI.