Almenwirtschaft und Hirtenleben in der Mährischen Walachei.
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herrschaftlichen Wäldern zu ahnden; angesichts des geringen Wertesdes Holzes war ja der angerichtete Schaden nicht groß. In den späterenZeiten, als in der Mährischen Walachei ein engeres Netz von gutenWegen geschaffen wurde, als in vielen der Gebirgstäler eine kleineIndustrie, vielfach in der Form von Hausindustrie( Eisenarbeiten,Schnitzerei, Glashüttenindustrie) sich entwickelte, hauptsächlich zudem Zwecke, um die bisher wertlosen Holzreichtümer an Ort undStelle zu verwerten, machte das planmäßige Roden der großen Wälderschon bedeutende Fortschritte. Endlich im 19. Jahrhundert, als man in denTälern der Bečwa und Olšava Eisenbahnen baute und auf diese Weiseausgezeichnete Transportmittel zur Fortschaffung großer Holzmengengewann, schritt das gewinnsüchtige Schlagen der Waldungen so raschvorwärts, daß in den jüngsten Zeiten vielfach auch Waldungen, diemit Rücksicht auf den Niederschlagsabfluß und Schneeverwehungenbewahrt werden sollten, vernichtet wurden. Dem arbeitet erst diejunge, staatliche Aufforstungsaktion entgegen.
2. Die Alm wiesen. Auf all den Bergrücken und Gehängen,wo von Natur, sei es mit Rücksicht auf den stark wehenden Wind,auf die unfruchtbare Bodenkrume oder auf die allzu große oder allzugeringe Bodenfeuchtigkeit, der Wald nicht zu gedeihen vermag, weitersüberall dort, wo der Wald niedergeschlagen wurde und von einerAckernutzung nicht die Rede sein kann, dehnen sich weithin Wiesenund Alpenmatten aus, bei der Ortsbevölkerung javořiny geheißen.Diese Alpenmatten finden sich in der verschiedensten Lage und Höhe undhaben daher je nachdem etwas abweichende Eigenschaften. Wir unter-scheiden Rückenweiden auf den im allgemeinen leicht gewellten Berg-rücken; sie sind meist feucht und weisen reichlichen Pflanzenwuchs auf.Die zweite Gruppe stellen Gehängeweiden dar, die meist steinig undtrocken sind und daher nur sehr spärlichen Pflanzenwuchs besitzen.Endlich Talweiden auf den nicht allzu feuchten Talböden mit saftigemund reichlichem Pflanzenwuchs. Von diesen drei Gattungen vonAlpenwiesen sind für die Almenwirtschaft die geeignetsten die Rücken-wiesen, hauptsächlich deshalb, weil ihre weichen morphologischenFormen ein sehr bequem gangbares Terrain darstellen. Die Reife undSanftheit der Landschaftsformen der Beskidenrücken ist eine derHauptgrundlagen der Almenwirtschaft in Mähren.
Aus dem Obigen ergibt sich, daß weder die oberen noch die unterenGrenzen der Almenwiesen klimatisch vorbedingt sind. Die niedrigstenWiesen, auf denen sich Almenwirtschaft noch erhalten hat, fand ich an denGehängen der Lijsá, gegenüber Ústí, im Tale der Hrozenkauer Bečwain der Höhe von 400 bis 500 m. Die höchsten Alpenmatten findensich auf der Tanečnica, nördlich von Neu- Hrozenkau, in der Höhe von850 bis 900 m. Es kann also keine Rede sein von einem selbständigen» Gürtel der Alpenmatten«, der etwa über dem Waldgürtel gelegenwäre, sondern die Wiesen, auf denen das mährische Hirtenleben heute