Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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statt

× 2,1

Literatur der österreichischen Volkskunde.

mei Bua! heunt kêr zua!.

-

s Bett is lâr, s Mentsch is rår:"

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Х Х

Zur Vervollständigung des Überlieferungsverhältnisses des Liedchens schneid anBirnbaum" möchte ich zu den mitgeteilten Salzburger und Kärntner Texten( S. 101)einen( I.) aus dem oberösterreichischen Innviertel und einen( II.) aus dem( oberöster-reichischen) Landl mitteilen:

( Gewöhnliche Weise.)

I.

"

Wann ma Bloch schneidn,

kriagn ma Schwartling,

schnei( d) n ma birbuxbama La( d) n,

kriagn mar an Tanzbom, an rarn

II. Geht nöt hinfüar, geht nöt arschling,

wann ma Bloch schnei( d) n, schnei( d) n ma Schwartling

( dann wie oben).

Auch die erste Fassung spricht für eine ursprüngliche Spaltversbenützung.

Zu dem aus Greinz- Kapferer 1 mitgeteilten Vierzeiler( S. 102) wârst nit auigstign"kenne ich die erste Halbstrophe, genau mit der in Rede stehenden gleich, als selbständigenVierzeiler( aus Steiermark). Zu erwähnen wäre wohl auch der Vierzeiler aus Seidl, Almer,1. Heft, Nr. 89, gewesen, der vier ganz gleich gebaute Spaltverse hat.

Mit vollem Recht stellt sich Rotter energisch gegen Wasserbrühen, deren Ver-fertiger nicht einmal des Dialekts mächtig sind"( S. 108), wobei er die vielfach in Volks-liedersammlungen auftauchenden innerlich unwahren Mundartdichtungen meint; dabeitrifft er, ohne es allem Anschein nach zu wissen, auch ein, allerdings im Volksmund nochmehr zu Schanden gesungenes, Liedchen des Wieners Alex. Baumann(, Hob heunt dieganze Nacht..."), über den jüngst Jaffé eine hilfsbedürftige Monographie verbrochen hat.( Forschungen zur neueren Literaturgeschichte, XLII.)

Zu, dâs dirndl båt an sacrischen zorn( S. 164) habe ich in meiner Sammlungdrei einfache Vierzeiler:

I. Aufs Menscberl, aufs Menscherl

han i allweil an Zorn,

weils Fensterl, weils Fensterl

vernagelt ist worn,

( Steiermark, handschriftl.)

II. Beym Fensterl, beym Fensterl

heißts nimmer guggu:

weils Fensterl, weils Fensterl

vernagelt, mein du."

( Steiermark, handschriftl.)

III. Ban Diandl san Fensta

is' s allweil guggu,

hiatzt håt eahms da Baua

vanågelt, mei du."

( Taiskirchen, Ob.- Öst.)

Diese zuletzt mitgeteilte Strophe( oder eine entsprechend ähnliche) scheint ihrer ganzenAnlage nach die ursprüngliche Form gebildet zu haben; die Dreiheberstrophen könntendann sekundärer Abkunft sein, etwa mit I als Übergang.

Zu, wånn i( auf n Zammelsberg kirchn)"( S. 169) ist Volksmund, III, S. 126, X( Melodie und Text) zu vergleichen.