Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

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buabn wird zu buam, schwålbn zu schwålm oder besser schwaim, bei lump'n und älın-lichem ist eine entsprechende Reduktion nicht möglich, hier ist ein wenn auch nochso unscheinbarer silbischer Nachschlag selbst bei größter Tonstärke der Stammsilbe undtrotz folgendem Vokal stets vorhanden; eine Erscheinung, über die die nächstbestePhonelik aufklären kann und die er ja teilweise bei anderer Gelegenheit wieder erkennt( S. 46 c). Daß so auch manche Weisennotierung diesem Irrtum nachgibt, ist naheliegend.Übrigens zitiert Rotter für diese Fälle in der Regel Süß, der eben keine Weisen gibt,so daß Rotter hier ganz auf sich angewiesen war. Jedenfalls ist demgemäß richtigzustellen,was Rotter auf Seite 42 zu Süß 320, 618, 561 ,, 581,( Schnaderhüpfel) bemerkt.

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Daß Rotters Mundartkenntnis recht unsicher ist, zeigt insbesondere auch die Notiz( S. 31) Auffallend ist, daß in der Krimml Silbengruppen mit dem ê oder â in in derMitte fast regelmäßig( nein, immer!)| XX.~| rhythmisiert werden, zum Beispiel ban wiaršt ê| hochzǎtstubm"( Süß 800,). Da ergibt die für einen Schnaderhüpfel-forscher doch unbedingt notwendige Mundartkenntnis folgendes: Schon die gewöhnlicheRede unterscheidet durch dieselbe Rhythmisierung zum Beispiel die beiden Bestimmungen: drent a da Leitn"(= drüben auf[ oder an] der Leiten) und drenta da Leitn(= Jenseitsder Leiten), rhythmisiert:.~| × × und × ·~ × 1 × ×. Durch diese Unterscheidungwird eben das Vorwort e, a= in von der Endung-er abgehoben; eine andere Artbesteht noch in der Einschaltung einer Pause nach der starktonigen Silbe; drent- adaSomit ist das Auffällige" bei einigem Zusehen eine selbstverständlicheNotwendigkeit.( Vergl. noch unta= unter und unta= unten in; hinta hinterund hint a= hinten in; drentan Dorf= jenseits des Dorfes und drent anDorf drüben im Dorf). Zu Süß 500 Aufs Gaßl bin i gånga Und hån mi vaspatt"erklärt Rotter( S. 45) vaspatt" mit verspottet"( sic!); es ist natürlich verspätet" gemeint.In der Nachschlagtafel( S. 231) scheint Rotter auffe nicht klar zu sein, da er in Klammernbeifügt hinauf oder herab?"; auffe kann nun eben wieder nur hinauf(= auffi) be-deuten Gelinde gesagt, eine Inkonsèquenz ist es, wenn der Verfasser von Apokope desEndsilbenvokales bei Öst( Äste), mecht( möchte), Diarn, kimm( komme), Stimm, wüarschtund ähnlichem spricht( S. 45), weil diese Formen in der hetreffenden Mundart eben garnicht anders erscheinen und an das Schriftdeutsche zu denken, das allerdings dievollen Formen hat, kein Anlaß vorliegt; etwas anderes wäre es, von Apokope zu sprechenhei böst oder Kloan", da hier mundartliches s Böstö und s Kloanö" zu vergleichensind. Bodn Boden sollte denn doch nicht unter die Rubrik,-den- dn- n" gestelltwerden( S. 45), denn die in Rede stehende Mundart spricht bom", was Rotter daraufhätte bringen müssen, daß wir es hier mit altem bodem zu tun haben( vergl. fåm=Faden, mhd. vadem).

Dem Verfasser fehlt eine Kontrolle, die ein anderer, der von Kindheit an im Volklebte, es von Jugend auf sprechen und singen hörte und die üblichsten Rhythmisierungs-möglichkeiten sozusagen instinktiv kennt, jederzeit zur Verfügung hat. So kommt er zueiner großen Anzahl ganz schiefer Urteile und Behauptungen, die aber nicht selten ganzentschieden ausgesprochen werden. Wenn er( S. 31) meint, die Silbengruppezum Beispiel() aufrichtöng" oder()| mi wârst vüll|( z doll)", bevorzuge natür-lich den indifferenten Rhythmus XXX, so kann ich nur darauf verweisen, daß inmeiner Heimat( Oberösterreich, Innviertel), wo ich gegen 2000 Schnaderhüpfel 1) bishersammelte, gerade diese Gruppe mit Vorliebe auch so rhythmisiert wird: XX.~; dasselbegilt von der vierten Gruppe~, insoweit von Rotter der unalterierte Rhythmus vor-gezogen erscheint( wenn die Gruppe ein Wort bildet). Ferner kenne ich einen dem vonRotter( S. 36) aus Süß mitgeteilten Text(| Goldöggă băn| tånzn) ähnlichen(Wolfsögger, Kampln"), der durchaus nichtrhythmisiert wird,

sondern einen zweisilbigen Auftakt hat:

Wolfs ögga,|

1 X.~ X]

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1) Die ich demnächst veröffentlichen werde, wobei noch Gelegenheit sein wird, zuRotter im einzelnen Stellung zu nehmen.