Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Unsere Kenntnisse von der physischen Beschaffenheit der Völker Österreichs.

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Typus I. Meso- bis brachyzephal, mesoprosop, meso- bis platyrrhin, neigtzur Prognathie, Backenknochen wahrscheinlich vorspringend.

Typus II. Dolicho- bis hyperdolichozephal, lepto prosop, orthognathund hyperorthognath.

A. Zeit der Bandkeramik

Typus I..

Typus II.

6 Schädel3( 4) Schädel

B. Zeit der SchnurkeramikTypus I.Typus IIMischlinge Glossar ::: zum Glossareintrag Mischlinge.

18 Prozent

. 66

" 1

.. 17

"

Die Typen beider Perioden stimmen nicht ganz miteinander überein. O. Reche 108glaubt, daß der Typus II mit der nordeuropäischen Rasse identisch ist. Die Vertreterdes Typus I stellen ein fremdes Element dar, dessen Verwandte im Süden und Südostenzu suchen sind. Es dürfte kaum ganz rassenrein sein.

Es macht den Eindruck," sagt derselbe Autor, als ob der die schnurkeramischeKultur ins Land bringende Typus II den Typus I unterdrückt, seine Männer erschlagenund mit den überlebenden Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibern Bastarde erzeugt hätte."

Ob die Träger der bandkeramischen Kultur den Typus I repräsentieren, stehtnoch dahin.

Aus der Zeit der Glockenbecherbevölkerung beschrieb A. Schliz 16 4 mährischeSchädel. Sämtliche sind brachyzephale Hochschädel und Mittelhochschädel mit schmalenGesichtern und einem Index von 80-23 bis 83-13. Sie stellen einen einheitlichen Typusdar, der ein neues Element repräsentiert, und sind nach diesem Autor aus Westen,auf dem Wege der Rückwanderung gekommen; sie gehören zur Grenellerasse.

In der Übergangszeit, der Terramarekultur Böhmens haben wir eine Mischbevölkerungvor uns, in der allerdings die Dolichozephalen herrschend sind.

Schon mit dem Eintritt in die Bronzezeit sehen wir, daß sich jetzt Kulturströmungund Völkerbewegung nicht überall decken."( A. Schliz.)

In den darauffolgenden Perioden herrschen dolichozephale Schädelformen vor.J. Palliardi 151 hat 1894 bronzezeitliche Skelettfunde aus Mähren bearbeitet.

Nach dem Abzug der Aunjetitzer Stämme scheinen Völkerwanderungen in derRichtung von Süd nach Nord und von Ost nach West in die von ersteren verlassenenGebiete stattgefunden zu haben. A. Schliz 15 vermutet, daß hier Stämme illyrischerHerkunft aufgetreten seien.

Die Latènezeit bringt auch nach den Sudetenländern die keltische Brachyzephalie.Doch haben diese Brachyzephalen nie ganz Böhmen zu besetzen vermocht.

Für die spätere Zeit verdanken wir die größte Zahl der Beobachtungen denArbeiten J. Matieg kas. In seinem Werke Crania bohemica 88 brachte er das reicheMaterial böhmischer Ossuarien zur Verarbeitung. Im ersten Teil dieser Arbeit beschrieber 110 Schädel aus 16 verschiedenen Grabstätten des 6. bis 12. Jahrhundertes n. Chr.In seinen Messungen folgte er der französischen Schule. Er unterschied für die damaligeZeit drei Typen, nämlich den Libčan- Hradsker, den Libšič- Mněnaner und den Žalover Typus,, deren Fundorte wir gewissermaßen als Centra betrachten wollen, während wir aus denübrigen Fundorten uns die Wege ihrer Verbreitung und die Art der Mischung zusammen-zustellen trachten werden".

Libčaner Typus, kurzschädelig.

LibšičerŽalover

"

mittellangschädeliglangschädelig.

Nordostböhmen

Südwestböhmen

Nord- und Nordwestböhmen.

In Prozenten ausgedrückt, entfallen auf

Brachyzephale

Mesozephale

Dolichozephale

409 Prozent

38.216.4"

"

Hyperdolichozephale

4.5

" 1

Der Zalover Typus entsprich dem germanischen Reihengräbertypus.

J. Matieg ka 88 vertrat den Standpunkt, der langschädelige Typus sei der ältereund wurde immer mehr von den Brachyzephalen verdrängt. Für die Umwandlung, beider die Mesozephalen eine Übergangsstufe darstellen sollen, nahm er innere Ursachen an.

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