Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Lebzeller.

Während der Wachstumsperiode findet, wie E. Zuckerkandl fest-stellte, ein Übergang von der hellen Komplexion zur dunklen statt.Volksschule( Steiermark)56 Prozent blond47.9»

Mittelschule

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E. Fischer5 betrachtet ebenfalls das Nachdunkeln der Haarefür ein Zeichen der Rassemischung.

Schwieriger ist die Frage nach den Ursachen der Veränderungder Schädelform zu beantworten. Während Lissauer, Nyström,Boas, Matiegka an einer Veränderlichkeit der Schädelform fest-halten, also die größere Dolichozephalie der Kinder eine Wiederholungdes Vorfahrenzustandes wäre, halten andere, besonders C. Toldt 52 53 54,an der Meinung fest, daß die Schädelform konstant bleibt.

C. Told kam zu dem Schlusse,» daß die wesentlichen Grund-züge der Schädelform in der Weise zur Vererbung kommen dürften,daß sie primär durch die Proportionen des Chondrokraniums vorge-bildet werden, während Modifikationen dieser Form sekundär durchEinflüsse hervorgerufen werden, welche im Verlaufe des embryonalenoder späteren Wachstums vom Gehirn oder von individuellenVariationen der Knochenbildung ausgehen. Das zunächst Ererbte wäre.also die Form des Chondrokraniums«<.

E. Zuckerkand 122 hielt die Gebirgsbewohner Steiermarks fürbrachyzephaler als die des flachen Landes.

A. Weisbach glaubte, daß der dunkle, an Dolichoiden reichereTypus teils den römischen Ansiedlern, teils den Norikern eigentüm-lich gewesen sei.

öster-

Tatsächlich war die Bevölkerung derreichischen Alpenländer bis ins frühe Mittelalterhinein vorwiegend dolichozepha 1.

Das prähistorische Skelettmaterial aus den Alpenländern ist nicht sehr reichlich.In den Ausgang der älteren Bronzezeit fallen die Flachgräber von Gemeinlebarnin Niederösterreich. A. Schlitz 16 beschrieb 15 Schädel aus dem k, k. NaturhistorischenHofmuseum in Wien. Sie sind sämtlich dolichozephal( 62-12 bis 77.97). Die durch-schnittliche Körpergröße betrug nach J. Szombathy 166 cm.

Die Schädel der frühen Hallstattzeit, die A. Schliz 16 aus Statzendorf in Nieder-österreich beschrieb, sind dolichozephale Flachschädel.

Von 20 Schädeln aus dem Gräberfeld von Hallstatt waren 16 dolichozephal, nur4 mesozephal.

Es sind Flachschädel mit hohen schmalen Gesichtern, kräftigen Überaugen wülstenund fliehender Stirn.

Erst in den Gräbern der Latènezeit von Kuffarn und Getzersdorf in Niederöster-reich tritt eine mäßige Brachyzephalie auf.( Index 77 · 05 bis 84.88)( A. Schliz) 10.

Aus Gröden beschrieb F. Tappeiner 44 einen hyperbrachyzephalen Schädel( Index 85-6), der in seinen Eigentümlichkeiten mit den lebenden Brachyzephalen dieserGebiete übereinstimmt und zusammen mit einer Certosafibel gefunden wurde.

Die Stämme der Völkerwanderungszeit brachten neuerdings dolichozephale Elementein unser Gebiet.

C. Toldt 52 53 54 wies nach, daß die Altslawen ihren kraniologischen Merkmalennach mit den Germanen der westdeutschen Reihengräber übereinstimmten. Von 52 öster-