Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Unsere Bastler und Holzschnitzer.

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laufenden Bestellungen zu genügen, nahm er zwei geschickteWallerner Holzschnitzer, Kindermann und Schraml, auf undverlegte schließlich seine anfangs in einem großen Zimmer desStubenbacher Forsthauses befindliche Werkstätte in ein größeres Ge-bäude, das nachmals unter dem Namen» Schnitzerei«< bekannte Hausunterhalb dem fürstlichen Brauhaus. Diese Werkstätte stellte FürstSchwarzenberg bei, der dem Unternehmen günstig gegenüberstand,trotzdem ein Vorgesetzter Lenks, der damalige Forstmeister Weg-scheider, nach Kräften dagegen arbeitete. Auch der Deutsche Böhmer-waldbund unterstützte Lenks Werkstätte anfangs auf jede Weise,wandte seine Fürsorge aber bald mehr den Fachschulen zu, die er nichtfallen lassen wollte. Somit war Lenk in der Hauptsache auf sich selbstangewiesen und brachte seiner Schnitzereischule große geldliche Opfer.

Mit der Zeit vermehrte sich das Schüler- und Lehrerpersonal.Lenk entwarf Zeichnungen und leitete das Unternehmen. Der besteSchnitzer war der Wallerner Leopold Hafner, derzeit k. k. Professoran der Bildhauerschule in Bozen.

Die Lehrwerkstätte erzeugte geschnitzte Möbel, Spiegel- undBilderrahmen, kleinere Stücke, wie Schreibzeuge( meist mit Zwergen),Salatbestecke, Federstiele, Manschettenknöpfe und andere. Aber auchBienenstöcke wurden erzeugt und Wenzel Jarolim aus Hartmanitzarbeitete dort als Tischler in diesem Fache und stellte auch denSchnitzern die Werkstücke im Groben her.

Die Lenkschen Erzeugnisse wurden immer mehr bekannt undBürgermeister Taschek- Budweis, der Obmann des Deutschen Böhmer-waldbundes, drängte Lenk 1892 dazu, in Prag Möbel auszustellen.Diese und später bei ähnlichen Anlässen auch noch andere wurdengut verkauft. Lenk erhielt damals die silberne, in Eger die großesilberne, in Schüttenhofen die goldene Medaille, außerdem mehrereDiplome und sonstige Anerkennungen. Er verkaufte geschnitzteMöbel an einen ungarischen Bischof und von der Egerer Ausstellungwanderte eine Zimmereinrichtung bis übers Meer nach San Franzisko.

Im Jahre 1899 ging die Werkstätte nach etwa zehnjährigerArbeit ein. Lenk hatte viele Enttäuschungen mit ihr erlebt und eswaren ihm auch die Mittel zum Weiterbetrieb ausgegangen. Er löstedarum die Schule auf und seine Schüler zerstreuten sich in alleWinde, die Kunst des Meisters weiterverbreitend. Oberförster Lenkstarb im Jahre 1908 in Budweis, wo er die letzten Lebensjahre imRuhestand als Zivilgeometer verbracht hatte.

Einer der ersten Gehilfen Lenks war Peter Adler aus See-wiesen. Er entstammte einer der altberühmten Böhmerwälder Glas-meisterfamilien, die zuletzt auf dem Gerlhof bei Seewiesen begütertwar. Der» Gerlhöfer Peter« war gelernter Fleischhauer, dann Finanz-wachaufseher und zuletzt, einem neben der Liebe zur Musik in ihmlebendigen Drange nachgebend, Holzschnitzer bei Lenk. Ein Sohn