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Blau.
Ungewiß ist, ob der neue Hochaltar, den die Paulaner in Heiligenbei Tachau um 1720 in Tachau anfertigen und in ihrer Kirche auf-stellen ließen, von einem und von welchem der beiden letztgenanntenKünstler erbaut wurde. Der Schein spricht am meisten für Grieger,dessen bekanntes Datum 1712 der fraglichen Zeit näherliegt.¹)
Im mittleren Böhmerwalde.
Nach einem weiten Schritt über Raum und Zeit hinweg be-treten wir die Werkstätte der Klattauer Jesuiten. Die Kirche ist dieälteste und auf dem Lande trotz vieler Vandalismen großenteils auchheute noch die einzige Pflegestätte der Kunst. Wie viele Denkmäler( zum Teil auch einheimischer) künstlerischer Genies reden hier ihreSprache, wie viele begabte Heimatkinder haben nicht an dieserStätte Anregung, Vorbilder, Erleuchtung und Beschäftigung ge-funden, die oft ein Wendepunkt fürs Leben war?
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Das Klattauer Jesuitenkloster, das über tüchtig geschulte, kunst-verständige Laienbrüder verfügte, war um 1700 eine förmliche Hoch-schule des Kunstgewerbes, die dem Altar- und Kanzelbau des ganzenKlattauer Kreises und noch weiterer Gebiete für nahezu zwei Jahr-hunderte die Richtung zeigte. Die Brüder waren vielfach auch aufdem Lande tätig. Ähnlich verhielt es sich auch mit der Malerei. EinProfandenkmal der Kunsttätigkeit dieser Werkstätte ist die prächtigeEinrichtung der Klattauer Apotheke. 2)
In dem nahen Neuern war es der Tischlermeister Peter Korzinek,der die Thomaskirche seiner Heimatstadt 1868 und 1886 mit Kanzelund Altären in moderner Gotik schmückte. Sein Sohn Anton wurdean der Münchner Akademie in der Bildhauerei ausgebildet und besitztgegenwärtig in der bayrischen Hauptstadt eine kunstgewerblicheWerkstätte. Die Statuen und Schnitzwerke des 1868 erbauten Hoch-altars stammen vom Bildhauer Lemberger in Neumark. In Neuernbeschäftigten sich in der zweiten Hälfte des vorigen JahrhundertsJosef Wieder und dessen Sohn Georg mit dem Schnitzen vonKruzifixen, die besonders für Schulzimmer und Wohnstuben, auchfür ländliche Kapellen angekauft wurden.
Mehr im Sinne der Hausindustrie ist der Bildhauer FriedrichZippelius in Neuern tätig. Er ist ein Schüler der seinerzeit imBöhmerwalde berühmten Holzschnitzerwerkstätte von Stubenbach,über die noch weiter unten die Rede sein wird. Sein 1890 eröffnetesGeschäft erzeugt geschnitzte Rahmen, Möbelverzierungen für dieTischler der Gegend, dann verschiedene andere Artikel wie Wand-
1) Die Nachrichten über die Tachauer Holzschnitzkünstler verdanke ich mit Aus-nahme der Exnerschen Berichte ausschließlich Herrn Josef Köferl, dem hochverdientenErforscher der Vorzeit und des Volkslebens im nördlichen Böhmerwald.( Buch über denBezirk Tachau und mehrfache briefliche Mitteilungen.)
3) Hostaš- Vaněk, Topographie der historischen und Kunstdenkmale". Der politischeBezirk Klattan. Prag 1905. Vorwort.