Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde.

Wie aus den oben erwähnten Daten über die Museumszeitschrift Werke derVolkskunst hervorgeht, wird von Seite der Direktion besonderes Gewicht auch aufdie Veröffentlichung der Sammlungsgegenstände als fast der einzigen bisher möglichenArt, dieselben weiteren Kreisen zugänglich zu machen, gelegt, wobei die dankenswert regeMithilfe auswärtiger Museumsvorstände und Fachleute es ermöglicht, der wissenschaftlichenVergleichung mit fast sämtlichem einschlägigen Material in breitestem Ausmaße zu dienen.Der erste Band der Publikation liegt bereits abgeschlossen vor, die Herausgabe des zweitenerscheint dank der gütigen Gewährung einer Subvention von K 1200 von Seite des hohenMinisteriums für Kultus und Unterricht wie im Vorjahre gleichfalls sichergestellt; dieersten Hefte desselben befinden sich in Vorbereitung; als wichtigste zu publizierendeArbeiten seien, abgesehen von der Monographie über die Grödener Schnitzerei von KustosDr. A. Haberlandt, ein Aufsatz von Direktor Alfred Ritter v. Walcher über dieErzeugung emaillierter Glasflaschen in Oberösterreich, von Prof. Josef Tvrdý( Wischau)über mährische Fayenceplastik, von Prof. K. v. Spieß über Trinitätsdarstellungen, vonDirektor Dr. E. Braun( Troppau) über schlesische Weihnachtskrippen genannt.

Bei den mannigfachen Agenden der Direktion, welche durch die näher und näherheranrückende Übersiedlung einen immer größeren Umfang annehmen, erscheint es nun-mehr als dringend notwendig, die künftige Ausgestaltung des Ver-waltungsapparats des Museums ernstlich ins Auge zu fassen, umdenselben, wenn auch nur schrittweise, auf jene Höhe zu bringen, welche bei der bevor-stehenden Neuorganisation der Sammlungen als unabänderliche Notwendigkeit erscheint.In diesem Sinne wurde die Stellung des Museumskustos Dr. A. Haberlandtzunächst in eine vertragsmäßige umgestaltet, wobei das Präsidium des Vereines die Ver-pflichtung übernommen hat, die ehebaldigste Übernahme des Museumskustos in denStaatsdienst zu erwirken. Auch Fräulein stud. phil. M. Schmidl ist seit BeginnOktober 1913 als Volontärin im Museum tätig; Herrn Fachlehrer J. Thirring oblagwie in den Vorjahren die Besorgung der Bibliotheksgeschäfte.

Ich danke allen genannten Mitarbeitern auf das wärmste für ihre mit freudigemEifer geleistete unermüdliche Mitarbeit an den mannigfaltigen, zeitraubenden und schwierigenAufgaben, welche der Verwaltungsdienst des Museums mit sich bringt.

Die Benützung der Museumssammlungen in allen ihren Abteilungen durch diewissenschaftlichen, künstlerischen und kunstgewerblichen Kreise der Residenz und nament-lich die studierende Jugend, von den Hörern der Universität bis zu den Schülern derBürger- und Gewerbeschulen, nimmt fortwährend zu und ist eine so rege, als sie_ ent-sprechend den engen Verhältnissen, unter denen der Museumsbetrieb stehtnur ge-wünscht werden kann. Nicht weniger als 51 Schulen, Vereine und sonstige Korporationenhaben im Berichtsjahr in mehreren Abteilungen unter Führung von Lehrpersonen undMuseumsfunktionären die Sammlungen besichtigt. Auch die Zahl der zahlenden Besucherhat sich wie bisher gestaltet( 1827) und wir verzeichnen mit Vergnügen die Tatsache,daß unter ihnen das gebildete Fremder publikum in stets wachsender Zahl sich einstellt.Durch verschiedene Führungen und Vorträge aus dem Gebiete derVolkskunde an der k. k. Universität, im Volksheim, in der Adria-Ausstellung haben ich und Kustos Doktor A. Haberlandt das Verständnis undInteresse weiterer Kreise für unsere Wissenschaft zu erwecken und zu beleben gesucht.An wissenschaftlichen Arbeiten der Museumsfunktionäre sind zu nennen:Prof. Dr. M. Haberlandt: Volkskunde von Österreich in, Mein Österreich, meinHeimatland, Bd. I( mit zahlreichen Abbildungen).

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Die Werke des J. G. Kieninger, mit 5 Tafeln und 8 Textabbildungen(, Werke derVolkskunst I, 1).

Ein sardinischer Hirtenbecher, mit 1 Tafel und 3 Textabbildungen( ebenda, I, 2).Wirkdecken aus Tirol, mit 1 Tafel und 1 Textabbildung( ebenda, I, 2).

Ein istrianisches Holzkästchen, mit 1 Tafel und 1 Textabbildung( ebenda I, 2).Figurale Bienenstöcke aus Mähren und Böhmen, mit 2 Tafeln und 3 Text-abbildungen( ebenda, I, 4).