Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde. 69
zwecken in ihren Bereich. Insbesondere bemühte sich die Direktion, den Grundstock zueiner ethnographischen Sammlung aus Albanien zu beschaffen, wofür das k. k. Ministeriumfür Kultus und Unterricht und Ihre Exzellenzen Herr und Frau Graf LeopoldBerchtold die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellten. Die Direktion sprichthiefür den ergebensten Dank aus. Bei der Beschaffung der reichen diesjährigen Er-werbungen fand ich wie in den Vorjahren bei zahlreichen Freunden unseres Museumswillkommene Unterstützung, wofür ich insbesondere Frau Baronin Stephanie Rubido-Zichy in Abbazia, Herrn Direktor Alfred v. Walcher, Direktor Alois Menghin inMeran, Dr. K. v. Radinger in Innsbruck, Fräulein Eugenie Goldstern, den HerrenKonrad und Stephan Mautner, Kurt Freiherrn v. Weiser, Ingenieur Franz RichterDirektor Gustav Funke, Hofrat Dr. Diehl und anderen zu verbindlichstem Dank ver-pflichtet bin.
Für diese Aufsammlungen( inklusive Bibliothekskosten) wurde der namhafte Betragvon K 22.229.67 verausgabi, während für Transportkosten und Sammelreisen der Betragvon K 1796-29 aufgewendet worden ist. Der Stand der ethnographischen Hauptsammlungbelief sich zu Ende 1913 auf 33.035 Nummern eigenen und 4103 Nummern fremden Besitzes.Auch die Photographien- und Bildersammlung des Museums erfuhr eine starke Ver-mehrung, indem nicht weniger als 1259 Nummern zuwuchsen. Ihr gegenwärtiger Stand beträgtzu Ende 1913: an Photographien 3143 Nummern, an sonstigen Abbildungen 2338 Nummern.Die Büchersammlung stieg um 110 Nummern und den stattlichen Zeitschriften einlauf.
Gelegentlich der Adria- Ausstellung richtete die Museumsdirektion auf dringendesErsuchen der Ausstellungsleitung und auf besonderen Wunsch des Herrn Statthalters vonDalmatien Grafen Rudolf Attems eine sehr reich beschickte Abteilung, Volkskunde"ein, welche eine bedeutende Anzahl Trachten, Bilder und volkskünstlerischer Objekteaus Istrien, Dalmatien, Bosnien und der Herzegowina und Albanien umfaßte. Bei denAufstellungsarbeiten hatte sich die Direktion in dankenswertester Weise der Unterstützungder Frau Baronin Hedwig Haas- Teichen, Frau Natalie Bruck- Auffenbergund Frau Generalkonsul Teresina v. Lipich- Limburg zu erfreuen.
Trotz der Beschränktheit der Museumsräumlichkeiten gelang es den Bemühungender Direktion, eine im Sommer 1913 im Grödener Tale erworbene Sammlung von allenGrödener Holzschnitzereien dem Publikum auf die Dauer von mehrerenMonaten zugänglich zu machen. Die reichen zusammengebrachten Bestände wurden durchdie liebenswürdige leihweise Überlassung der einschlägigen Sammlungen desk. k. Technologischen Gewerbemuseums in Wien und einzelner Stücke ausdem Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck für die Dauer der Ausstellungnoch wesentlich ergänzt und erweitert. Beiden Instituten sei für ihr Entgegenkommender verbindlichste Dank abgestattet.
Durch eine vom hohen Arbeitsministerium gewährte Subvention ist es möglichgeworden, das zusammengetragene Material auch einer zusammenfassenden wissenschaft-lichen Bearbeitung zu unterziehen. Dieselbe wird in Form einer ausführlichen Monographieüber die Grödener Holzschnitzerei schon im I. Heft des neuen Jahrganges unserer Zeit-schrift Werke der Volkskunst" gedruckt vorliegen.
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Auch die von Herrn Dr. R. Trebitsch auf einer Reise im Baskenlande imSommer 1913 zusammengebrachte und dem Museum geschenkweise überlassene ungemeinreiche und mannigfaltige Kollektion baskischer Ethnographica wurde ineinem eigenen Raume zur Ausstellung gebracht. Dieselbe erfreute sich eines sehr regenInteresses und wurde unter Führung des Herrn Dr. R. Trebitsch von mehreren gelehrtenKorporationen, der k. k. geographischen Gesellschaft, der Wieneranthropologischen Gesellschaft, dem Wissenschaftlichen Klubund anderen besichtigt.
Endlich hat sich die Direktion des k. k. Museums über Einladung der k. k. Statt-halterei von Mähren auch an der Ausstellung mährischer Fayence plastikenim Erzherzog Rainer- Museum in Brünn durch Überlassung einer Anzahlauserlesener Objekte beteiligt. Dieselben wurden nach Schluß der Ausstellung demMuseum in unversehrtem Zustande zurückgesandt.