Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde. 67
Die Mittel zu dieser vielseitigen Wirksamkeit sind uns im Be-richtsjahr dank der verständnisvollen Würdigung der Bedeutsamkeitder uns gestellten Aufgabe durch die Öffentlichkeit in reichem Maßezugekommen, und die Vereinsleitung erfüllt eine sehr angenehmePflicht, indem sie den hohen Ministerien für Kultus und Unterrichtund für öffentliche Arbeiten, der Gemeindeverwaltung der Stadt Wien,dem hohen niederösterreichischen Landtag, der hochlöblichen nieder-österreichischen Handels- und Gewerbekammer, besonders aber auchden hochsinnigen und vieljährigen Gönnern unseres Museums SeinerDurchlaucht dem regierenden Fürsten Johann von und zuLiechtenstein, Philipp Ritter v. Schoeller, Dr. RudolfTrebitsch den ergebensten und wärmsten Dank für die gütige undwohlwollende Unterstützung unserer Bestrebungen zum Ausdruckbringt.
Die Leitung der Vereinsgeschäfte wurde im ersten Halbjahr 1913noch auf das tatkräftigste durch weiland Seine Exzellenz den HerrnPräsidenten Grafen V. Latour geführt, im zweiten Halbjahr übteder erste Herr Vizepräsident Hofrat Prof. Dr. Ritter v. Jagić, unter-stützt vom Herrn Vizepräsidenten Truchseß Oskar Edlen v. Hoefft,die präsidialen Funktionen aus. Unter den Herren Ausschußmitgliedernhaben wir besonders Herrn Anton Dachler, Oberbaurat Julius Kochsowie Herrn Regierungsrat K. A. Romstorfer für ihre wichtigeUnterstützung bei allen der Hausfrage unseres Museums geltendenSchritten wärmstens zu danken.
In der auf Befehl Seiner k. u. k. Hoheit des durchlauchtigstenHerrn Erzherzogs Franz Ferdinand erfolgten Ernennung unseresMuseumsdirektors Regierungsrat Prof. Dr. M. Haberlandt zumGeneralkonservator der K. k. Zentralkommission fürDenkmalpflege( für die Denkmäler der Volkskunst und im be-sonderen für die Angelegenheiten von Tirol) dürfen auch unser Vereinund Museum nicht nur eine ehrenvolle Anerkennung ihrer analogenBestrebungen, sondern zugleich das Unterpfand dafür erblicken, daßStaat und Öffentlichkeit unter der huldreichen InitiativeSeiner k. u. k. Hoheit des durchlauchtigsten HerrnErzherzogs Franz Ferdinand mit ihren viel größeren Macht-mitteln nunmehr ernstlich gewillt sind, der weiteren Zerstörungunseres von den Vätern ererbten heimischen Volksbesitzes materiellerund geistiger Art nicht länger tatenlos zuzusehen, sondern mit allenMitteln das Erhaltungswürdige unserer Volkskulturen so weit alsmöglich ungeschmälert zu bewahren. Dazu muß nun gleichmäßig dieVolkskunde als Wissenschaft, das in immer weitere Kreise getrageneVerständnis für die volkstümlichen Güter, die sorgsame Bewachungund Pflege aller bodenständigen Zeugnisse des Volkstums( in Orts-bild, Hausformen, Volkskunst, Volkstracht, Festen, Liedern, Tänzenu. s. w.) verhelfen.
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