Literatur der österreichischen Volkskunde.
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Sprachgebietes gerecht zu werden. Aus den geschilderten, wahrhaft poetischen Volks-bräuchen der Ritte und Fahrten geht deutlich hervor, daß ihre Entstehungszeit in dasHeidentum Glossar ::: zum Glossareintrag Heidentum zu verlegen ist. Trotz der zum Teil veränderten Gestalt erkennen wir in diesenjetzt christlichen Gebräuchen den alten Natur- und Götterkult.
Da in unserer vaterländischen Literatur eine so umfassende selbständige Behandlungdes oben genannten Stoffes bisher nicht vorhanden war, ist diese Arbeit für die Freundeder Volkskunde von großem praktischen Wert. Ich nenne hier die einzelnen Kapitel,damit der Leser einen Begriff von der Reichhaltigkeit des Buches erhält: Umritte vorOstern, Osterritte, der Traunsteiner Osternritt, Georgiritte, Georgiritt nach St. Georgen ander Traun, Mairitte, Pfingstreiten, Kötztings Pfingstritt, von Pfingsten bis Leonhardi,St. Leonhardsritte und Fahrten, Leonhardifahrt in Bad Tölz, Martini- und Stephaniritte.Anhang Literarische Quellen, Erläuterungen und Ergänzungen.
Ich glaube sicher, daß diese reich mit Bildschmuck versehene Arbeit nicht nur vonden Fachgenossen, sondern auch von allen denjenigen, die ein empfängliches Gemüt füralte Volksbräuche haben, anfs lebhafteste begrüßt wird.H. v. Preen.
7. Namn och Bygd. Tidskrift för Nordisk Ortnamnsforskning, utgiven av AndersGrape, Oskar Lundberg, Jöran Sahlgren. Heft 1.
Die Erforschung der Ortsnamen und ihrer Geschichte hat wohl nirgends in sohohem Maße das Interesse nicht nur der Gelehrten, sondern auch des gebildeten Publikumsin Anspruch genommen wie in Schweden. Nachdem während der letzten Jahrzehnte eineReihe von Einzelarbeiten die außerordentliche Wichtigkeit und Fruchtbarkeit diesesWissensgebietes bewiesen hatte, begann vor etwa zehn Jahren unter der Leitung AdolfNoreens und auf seine Initiative hin eine offizielle Sammlung und Bearbeitung allerschwedischen Ortsnamen zu erscheinen. Vor kurzem ist ein neuer wichtiger Schritt aufdiesem Gebiete geschehen, indem sich drei junge Gelehrte in Upsala zur Herausgabeeiner Zeitschrift entschlossen, deren ausschließlicher Zweck es ist, der Ortsnamenforschung,und zwar nicht nur der schwedischen, sondern der skandinavischen überhaupt, als Organzu dienen.
Das erste Heft dieser Zeitschrift liegt nun vor und berechtigt in jeder Beziehungzu den schönsten Hoffnungen. Noreen selbst hat einen Aufsatz beigesteuert, der die Zeit-schrift eröffnet, und eine ganze Reihe von hervorragenden skandinavischen Forschernhaben Beiträge geliefert. Hier kann auf den Inhalt der verschiedenen Aufsätze nicht ein-gegangen werden, hingegen ist wohl ein Hinweis auf die mannigfachen Beziehungen amPlatze, die zwischen der Ortsnamenforschung und der Volkskunde bestehen. In der Be-nennung der Orte kommen nämlich oft Vorstellungen zum Ausdruck, die für denFolkloristen von großem Interesse sind, und speziell unter den skandinavischen Orts-namen gibt es eine große Anzahl, die bis auf den heutigen Tag die Erinnerung an alteheidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische Kultstätten bewahrt haben, also indirekt Zeugnisse zur germanischen Mythologiedarbieten. So untersucht J. Sahlgren einige Namen, die die merkwürdige Vorstellungwiderspiegeln, es gäbe Seen mit doppeltem Boden, während O. Lundberg, gleichfalls voueinem Ortsnamen ausgehend, einen Beitrag zur Kenntnis des altnordischen Fruchtbarkeits-kultus liefert.
Für die österreichischen Gelehrten sollten die schönen Erfolge der nordischen Orts-namenkunde ein Anstoß sein, endlich auch einmal mit der Bearbeitung des einheimischenMaterials Ernst zu machen. Auf einem Boden, wo seit den ältesten historischen Zeitendie verschiedensten stämme aufeinanderstoßen, muß natürlich die Erforschung der Orts-namen ein beispiellos fruchtbares Gebiet finden. Wenn sich erst einmal die Wissenschaftdieses Gebietes bemächtigt hat, dann können die schönsten Erfolge nicht ausbleiben, undgar manches Problem der Siedlungsgeschichte, der Philologie und der Religions wissen-schaft wird sich mit Hilfe der Ortsnamen lösen lassen.Hans Sperber.
8. Bayernbuch. Hundert bayrische Autoren eines Jahrtausends. Herausgegebenvon Ludwig Thoma und Georg Queri. 4. und 5. Tausend.. Albert Langen. München 1913.VI und 516 S. Gebunden M 7.