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Kleine Mitteilungen.
Weg des Mistkarrens geleitet, sondern etwa senkrecht dazu, wo es gewöhnlich eben ist.¹)Den geleerten Karren läßt man dann allein ablaufen. Der Karren hat öfter vorne noch einkleines Rad. Nach getaner Arbeit wird Gerüst, Flasche und Seil nach Hause gebrachtoder anderswo verwendet. Manchmal hängt man die Flasche bei der Arbeit einfach aneinen Baum oder Holzstamm.
Diese interessante Einrichtung ist mir aus Oberösterreich, Steiermark, Kärnten undTirol bekannt, und man heißt sie seilfahren, seilen, gratteln( in Tirol nach dem Namendes Karrens gratten von carozza). Statt Hanf- hat man schon manchmal Drahtseile. InKärnten verwendet man zum Aufzug auch Wasserräder an bequem gelegenen Bächleinoder eigenen Wassergräben. In Samuna, einem Seitental des Inn bei Finstermünz, dochschon in der Schweiz, geschieht das Hinaufschaffen von Erde oder Mist auch mit der obenbeschriebenen Vorrichtung( Abb. 19), nur daß statt der Tiere beiderseits Menschen gehen,aufwärts mit einem gefüllten Korb, abwärts leer, aber zu Tal ziehend. Auch im Pitztal inTirol ist dieses Verfahren üblich. 2)
Ärmere, welche eine solche Vorrichtung nicht besitzen, müssen Erde und Düngerin Buckelkörben, die Ernte in Ballen aufwärts tragen und brauchen manchmal noch Steig-eisen dazu. Oder der Träger zieht sich zwischen zwei Seilen aufwärts, wird auch von zweiMännern aufwärts gezogen.
Wegkreuze in St. Ägyd und Umgebung.
Von K. A. Romstorfer, Wien.( Mit 1 Textabbildung.)
In der sehr waldigen Mittelgebirgsgegend, durch welche die herrliche alte Fahr-straße von Lilienfeld über Kernhof und Gscheid nach Mariazell führt, begegnen demWanderer längs der genannten Straße sowohl als auch auf den vielen Nebenwegen zahl.reiche Volivkreuze aus Holz, die in Typus und Ausführungsweise unter sich fast gleichoder wenigstens sehr ähnlich sind.
Die nebenstehende Abbildung Fig. 22 zeigt in der Vorderansicht ein derartiges,charakteristisches Wegkreuz, das am Ende des Fahrweges im oberen Unrecht- Traisen- Tale,und zwar dort steht, wo dieser Weg in den steilen, nach Gscheid führenden Waldwegübergeht.
Das Wegkreuz ist aus Fichtenholz ausgearbeitet; die Kreuzsäule ist hier etwasbreiter als der Querarm gehalten.
Alle am Kreuz vorkommenden Verzierungen sind mit den gewöhnlichen Zimmermanns-werkzeugen hergestellt, die den ersteren ihr eigenartiges Gepräge verleihen.. Nach Gewinnungder ebenen Flächen und scharfen Kanten mit Hilfe der Zimmermannsschnur und desBreitbeiles wurden die sechs trapezartigen Ausschnitte des Querarmes, und zwar auf die Weisehergestellt, daß man vorerst nahe an den Kanten Löcher vom Halbmesser der Eckabrundenvorgebohrt hat. Die eigentliche Form wurde sodann durch schräge, diese Bohrlöcherberührende Sägeschnitte und durch Entfernen des Materials mittels des Stemm- und desFlacheisens gewonnen. Das Profil der aus Rundstab, Hohlkehle und Schräge bestehendenAbfasung wurde mit dem Hohl-, beziehungsweise dem Flacheisen ausgestochen.- Dievorerst mit dem Zirkel angerissenen Rosetten von den verschiedenartigsten, sehr zierlichenMustern, worin sich die Zimmerleute als ungemein erfinderisch erweisen, arbeiten sie inKerbschnittmanier mit dem Flach- oder Stecheisen, zum Teile mit dem Geisfuße aus. Diean der Hauptsäule in sechs Reihen bemerkbaren länglichen, an ihren kurzen Enden halb-kreisförmig begrenzten, muldenförmigen Vertiefungen wurden mit dem Hobleisen hergestellt;die kleinen Vertiefungen der Punktreihen ferner mit einem dünnen Löffelbohrer oderHohleisen erzeugt. Zum Einritzen der Buchstaben I. H. S. mit Kreuz und Kreuznägelnsowie der übrigen Schriftzeichen( J. D. D. B und 1836) endlich wurde der Geisfuß benützt,1) Aus Öst.- ung. Monarchie in Bild und Wort, Tirol, S. 517.2) Schucht in Zeitschr. d. D. u. Öst. Alpen- V.", 1900, S. 133.