Zur Geschichte und Verbreitung des Fladenbrotes in Europa.
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dischen Stämme denkt, deren Lebensweise die Verwendung einesdauerhafteren Brotes gar nicht zuließe.
II. Das gesäuerte Brot.
Daß man auch in Dalmatien außer dem schon geschildertentäglich gebackenen ein Festtagsbrot kennt, entnehme ich einerbrieflichen Mitteilung des Dr. J. Vranković, in welcher es heißt:
» Nachdem die Hausfrau das Mehl auf der steinernen Mühlegemahlen und gesiebt hat, nimmt sie einen Teil desselben, knetetihn mit der Hefe, welche sie von dem Teig eines vorhergehendenBackens bekommen hat, und macht den Teig. Diesen formt sie mitden Händen in eine runde Form in der Größe eines gewöhnlichenAnker, Hammer- oder Bombenbrotlaibes, legt den Laib auf die Brot-schaufel, deckt ihn mit einer warmen Decke zu und läßt ihn so2 bis 3 Stunden, bis sich die Gärung vollzieht.
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Unterdessen wird auf einem niedrigen, viereckigen, mit Ziegelngepflasterten Hausherd Feuer erzeugt, welches die Ziegel erwärmt.Hierauf werden Asche und Glut beiseite gekehrt; auf dem erwärmtenPlatz wird die Schaufel mit dem Brot umgekehrt und die Schaufelweggenommen, so daß das Brot auf seinem ungezierten Teile liegenbleibt und der gezierte( früher der untere)- welche Verzierungsich durch die Zeit der Gärung vollzogen hat jetzt der oberebleibt. Jetzt wird der Brotlaib mit einem anderen aus Tonerdegemachten, runden, die Form eines Stanley- Hutes tragenden Gefäß( kroatisch:» criepnja« oder» saksijà«< ein Wort wahrscheinlichtürkischer Abstammung), das einen Diameter von etwa 40, 50 bis60 cm hat, bedeckt, auf welches wieder warme Asche und Glutgelegt werden, damit das Brot gebacken werden kann. DiesesGefäß hat wieder auswendig verschiedene Verzierungen, welche dervolkstümlichen Tonkunst gehören und wird zuletzt durch ähnlicheeiserne Geräte ersetzt. Das gezierte Brot wird nur zu Festlichkeitengebacken, für die Bereitung des gewöhnlichen täglichen Brotes dienenBacköfen, welche für diesen Zweck aus Steinen, Ziegeln, Tonerdeu. s. w. erbaut sind.<<
Zur Erläuterung diene die Abbildung eines Brotmodels. Es istbemerkenswert, daß dieses Festtagsbrot unter der Backglocke ge-backen wird. Im Plivatale¹) wird das Sonntagsbrot, aus gesäuertemGersten- und Weizenmehl bestehend, vorher mit dem Brotstempelverziert. Unverziert, aber unter einer Backglocke, von Vejsil Curčić²)Brotdeckel genannt, wurde das Brot im rezenten Pfahlbau zu Dolinagebacken.
¹) Dr. E. Schneeweis, Volksnahrung im Plivatal.
2) Vejsil Ćurčić, Rezente Pfahlbauten von Donja Dolina in Bosnien. Wien 1913.( Ergänzungsheft IX zu Band XIX der Zeitschrift f. öst. Volkskunde.)