Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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20 (1914) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Beiträge zur Kenntnis des Tiroler Bauernhauses.

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Eine andere Lösung des Problems der kleineren Wirtschaft istdie, daß man die eine gewonnene Haushälfte zu Wohnzwecken ver-wendet, die andere unter Beibehaltung der alten Blockwerkkonstruktiondes Stadels zum Wirtschaftstrakt ausgestaltet. Ein Vorragen des Wohn-trakts über die Mittellinie des Hauses wie in Nordtirol kommtaber, so viel mir erinnerlich ist, nicht vor. Nur sehr selten, wennüberhaupt, scheinen im Grödnertal Einheitshäuser von salzburgisch-tirolischem Typus zu sein, die A. Dachler¹) für dieses Gebiet gleich-falls angibt, mir ist kein Gebäude dieser Art erinnerlich.

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Fig. 4. Haus in Wolkenstein( verkehrt orientiert).

Wenn wir nun in das Fassat al hinübersteigen, finden wir auchhier die eben genannten Haustypen neben- und durcheinander vor, wo-bei die Einzelheiten der Baukonstruktion, Aufgang zum Wohngeschoß,Vorragen desselben, Laubenbildung sowie Giebelbildung und Be-dachungsweise durchaus der Bauart des Grödnertales entsprechen. Wasdie Gehöftebildung betrifft, so überwiegen im obersten Talstrich diePaarhöfe( Penia, Alba, Canazei), dagegen macht sich von Gries undCampitello angefangen eine große Mannigfaltigkeit in den Bauformenbemerkbar; neben Paarhöfen, bei denen der Stadel aber nur in seltenenFällen dem Hause» parallel« gestellt wird( Fig. 9), begegnen wir Höfen,wo der Stadel hinter dem Wohnhause, jedoch mit getrennter Wandund Bedachung steht, dann aber auch in konsequenter Fortsetzungdessen Einheitshäuser nach Art des salzburgisch- tirolischen Hauses mithintereinandergeschaltetem Wohn- und Wirtschaftstrakt. Außerdem

1) Das Bauernhaus in Österreich- Ungarn und in seinen Grenzgebieten. S. 67.