46. Jg./2011
Volkskunde in Österreich
Folge 1
angezeigte Führung beleuchtet die politische Geschichte der Votivkirche imhistorischen Kontext der„ Ringstraßenzeit“, aber auch mit Blick auf das 20.Jahrhundert. Dabei soll besonders auf die räumlichen und symbolischenVerknüpfungen des Sakralen und des Profanen aufmerksam gemacht werden,um einen Modellfall ,, nationaler Selbstheiligung“ nachvollziehbar zu machen.Treffpunkt: 16.15 Uhr am Hauptportal der Votivkirche, Dauer der Führung: ca.45 Minuten.
3. zu dem am Donnerstag, den 20. Jänner 2011, um 18 Uhr, im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, stattfindenden Vor-trag
Helden der Kohäsion.
Politische und sakrale Heilige
und ihre Funktion in Rumänien und Südosteuropavon Mag. Florian Kührer
In der posthumen Inszenierung des moldauischen Fürsten Stefans ,, des Großenund Heiligen" verbinden sich sakrale und profane Funktionen zu einer Einheit:Als ,, Athleta Christi", als Verteidiger der„, Pforten der Christenheit", verleiht erder rumänischen Nation auch europäische Relevanz. Der Vergleich mit weiterensüdosteuropäischen ,, Nationalhelden" zeigt, dass die Grenzen zwischen„, Sakra-lem und Profanem" aus einer funktionalistischen Sicht nicht eindeutig zu ziehensind. Ein besonders brisantes Beispiel stellt die Figur Corneliu Zelea Codreanus,dem charismatischen Führer der rumänischen faschistischen ,, Legion des Erzen-gel Michael" dar. Noch zu Lebzeiten mutierte er zum„ Mythos" und nach seinerErmordung zum ,, Märtyrer“. Der Kult um Nicolae Ceauşescu belegt wiederum,dass auch der Kommunismus nicht auf sakrale Elemente in der politischen In-szenierung verzichtete.
4. zu dem am Donnerstag, den 27. Jänner 2011, um 18 Uhr, im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, stattfindenden
Vortrag
Nationen und Heilige
von Univ.- Prof. Dr. Ernst Bruckmüller
Schon früh haben sich menschliche Gesellschaften mit besonderen Persönlich-keiten, Göttern und Heroen verbunden gefühlt. Nicht selten glaubte man auch ansolche besondere Abstammung. Ethnische Gemeinschaften entwickelten übersolche Vorstellungen ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. In den verchristlich-
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