41. Jg./2006
Volkskunde in Österreich
Folge 9
schichte zu den häufigsten Darstellungen in der bildenden Kunst. In Fortführungantiker Traditionen suchten die Künstler seit dem frühen Christentum das weih-nachtliche Geschehen in Form von Reliefs, als Illustrationen in Handschriftenoder auf Wand- und Altargemälden wiederzugeben. Zur lebendigen Veranschau-lichung des Evangeliums begegnen uns die handelnden Personen in Form vonPlastiken aus Terrakotta geformt, aus Holz geschnitzt, aus Wachs bossiert undbekleidet, oder als Papierfiguren. Solcherart entstand im Verlauf der Jahrhunderteeine Vielfalt an künstlerischen Schöpfungen, die alle dem Nachvollzug desWeihnachtsmysteriums dienen.
Die heurige Weihnachtsausstellung im Wiener Volkskundemuseum möchte dasAugenmerk auf diese unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten von Weih-nachtskrippen legen. Erlesenen Stücken aus einer Privatsammlung von hoherkünstlerischer Qualität stehen dabei schlichte Laienarbeiten gegenüber, derenNaivität die Weihnachtsbotschaft besonders zu Herzen gehen lässt. Dem Besu-cher bleibt es jedenfalls unbenommen, mit welcher Intention er die geschnitzten,gefassten, gekleideten, gemalten, gemodelten, geformten, geschnittenen, gegos-senen und gespickelten Kunstwerke in Augenschein nehmen will. Die Kreativitätbei der Herstellung von Weihnachtskrippen ist in jedem Fall beeindruckend.Die Ausstellung läuft bis 4. Februar 2007.
5. zu dem von Donnerstag, den 23. bis Samstag, den 25. November 2006 im Öster-reichischen Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, stattfin-denden
Symposion
Kulturanalyse- Psychoanalyse- Sozialforschung:
Positionen, Verbindungen und Perspektiven
Im Jahr 2006 jährt sich zum 150. Male der Geburtstag von Sigmund Freud. Ausdiesem Anlass laden das Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie derUniversität Graz, das Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wienund das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien zu einer Fachtagungein.
Die Fachbereiche Volkskunde/ Europäische Ethnologie/ Kulturanthropologie ha-ben früh psychoanalytische Einsichten zur Theorie und Analyse von Kultur undGesellschaft genutzt. Wenn auch die Verbindungen nicht gerade auf eine breiteSpur verweisen können, die geradlinig und kontinuierlich verläuft, so war sie ge-rade zu einem sehr frühen Zeitpunkt markant. Die von der neueren wissen-schaftshistorischen Forschung aufgespürten Beziehungen sind nie ganz abgebro-chen. Sie reichen von den Arbeiten des Volkskundlers, Schriftstellers und Sexu-
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