VOLKSKUNDE IN ÖSTERREICH
NACHRICHTENBLATT DES VEREINS FÜR VOLKSKUNDE IN WIEN UNDDES VEREINS ETHNOGRAPHISCHES MUSEUM SCHLOSS KITTSEE
Jahrgang 41
EINLADUNG
Wien, Jänner 2006
Folge 1
1. zu dem am Donnerstag, den 12. Jänner 2006, um 18.00 Uhr, im Museum fürVolkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, stattfindenden Vortrag
Heimat Sibirien.
Die Letzten der verbannten Alt- Salzkammergütler aus Mokra( Ukraine).Bericht über eine Forschungsreise ins westsibirische Tieflandvon Hon.- Prof. Dr. Wilfried Schabus
Wilfried Schabus reiste im Mai 2005 ins westsibirische Tiefland, um dort Men-schen zu besuchen, die einen Salzkammergut- Dialekt sprechen. Diese Leutewurden 1946 von Mokra nach Sibirien deportiert. Mokra liegt in den Waldkar-paten nördlich der Theiß. Dieses Gebiet, mit dem Namen Transkarpatien, bildetheute den südwestlichsten Teil der Ukraine und gehörte früher zum ungarischenKomitat Marmarosch. An der Theiß gibt es Salzbergwerke, die einen großen Be-darf an Fichtenholz hatten. Zur Aufrechterhaltung ihrer einträglichen Salzförder-ung sah sich die ungarische Hofkammer gezwungen, kundige Waldarbeiter undFlößer anzuwerben. Im November des Jahres 1775 ließen sich schließlich ein-hundert Salinenarbeiter aus dem Salzkammergut mitsamt ihren Familien im hin-tersten Winkel des Teresvatals nieder. 140 Jahre später wurden ihre Nach-kommen nach Sibirien deportiert. Wie ihre Vorfahren einst in Mokra, hatten siejetzt in der sibirischen Taiga als Waldarbeiter harte Pionierarbeit zu leisten.Dr. Wilfried Schabus ist Mitarbeiter am Phonogrammarchiv der ÖsterreichischenAkademie der Wissenschaften und Hon.- Prof. für Germanistische Sprachwissen-schaft an der Universität Wien.
2. zu der am Montag, den 23. Jänner 2006, um 19.00 Uhr, in der Postsparkasse amStubenring, 1010 Wien, stattfindenden
Eröffnung des China- Jahres
durch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
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