Heft 
36 (2001) 1-10
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VOLKSKUNDE IN ÖSTERREICH

NACHRICHTENBLATT DES VEREINS FÜR VOLKSKUNDE IN WIEN UNDDES VEREINS ETHNOGRAPHISCHES MUSEUM SCHLOSS KITTSEE

Jahrgang 36

EINLADUNG

1.

Wien, Februar 2001

Folge 2

zu dem am Donnerstag, dem 22. Februar 2001, im Österreichischen Museum fürVolkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, um 18.00 Uhr, stattffindendenLichtbildervortrag

Maskenspiel der Genien

Fest der Masken und Kostüme im Karneval VenedigsVon Univ. Doz. Dr. Günther JONTES

Erst seit zwanzig Jahren ist der venezianische Karneval wieder lebendig. Zwarwissen wir aus frühen Verboten von gewissen Sitten und Unsitten, die in dermittelalterlichen Lagunenstadt während der Karnevalszeit herrschten, zwar ent-wickelte sich besonders seit dem späten 17. Jahrhundert dieses Treiben zu beson-derer Eindrücklichkeit, als Venedig im Niedergang seiner Wirtschafts- und Terri-torialmacht eine letzte Blüte erlebte, doch als es seine tausendjährige Selbständig-keit an Frankreich und dann an Österreich verlor, verbot man jedweden Mum-menschanz. Der Carnevale veneziano war tot, Tabarro und Bauta frassen dieMotten, bis dann in unserer Zeit einige Geschäftsleute und Fremdenverkehrs-manager den Versuch einer Neubelebung, besser einer Neuschöpfung wagtenund damit erfolgreich ins Schwarze trafen. Seitdem ist der Karneval von Venedigwieder an die Seite der großen Fasnachtsspektakel der Welt getreten. Aber nichtder orgiastische Karneval von Rio, der überbordende Vereinskarneval des Rhein-landes, auch nicht der brauchtümlich verankerte Fasching der Alpenländer be-gegnet uns hier. Es ist ein edles Fest stiller, gravitätischer Masken und kostbarsterKostüme einer Phantasie sonder gleichen.

Der Vortragende hat durch zwei Jahrzehnte hindurch den venezianischen Karne-val mit dem beobachtenden Sinn des Volkskundlers und Kulturhistorikers ver-folgt und in tausenden Bildern festgehalten. Die schönsten zeigt dieser besondereVortrag, der Vergangenheit und Gegenwart der Masken Venedigs in rauschen-den Farb- und Formkaskaden zusammenströmen läßt.

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