VOLKSKUNDE IN ÖSTERREICH
NACHRICHTENBLATT DES VEREINES FÜR VOLKSKUNDE
Jahrgang 24
19430710
Wien, Februar 1989 1989-01-24 Folge 2
NACHRICHTEN DES VEREINS FOR VOLKSKUNDE IN WIEN UND DES
VEREINS ETHNOGRAPHISCHES MUSEUM SCHLOSS KITTSEE
Einladung
zu dem am Donnerstag, dem 9. Februar 1989 um 18.00 Uhr im Österreichi-schen Museum für Volkskunde, Laudongasse 15- 19, 1080 Wien, stattfin-denden Vortrag
Die präindustriellen Pflüge und die Pflugforschung
in Österreich.
Einige Anmerkungen und Klarstellungen
von em. Univ. Prof. Dr. Oskar MOSER, Graz
In Österreich beschäftigt man sich seit rund 250 Jahren mit dem wichti-gen Bodenbaugerät des Pfluges. Taten dies zunächst fortschrittsbeflis-sene Landwirte und Agronomen im Zuge einer Produktionssteigerung, sogewann der Pflug im späteren 19. Jahrhundert zunehmend auch kulturwis-senschaftliches Interesse; eine volkskundliche Pflugforschung freilichentwickelte sich erst im Anschluß an Paul Leser's grundlegendes Werkzur" Geschichte und Verbreitung des Pfluges"( Münster i. W. 1931), zueiner Zeit, da sich in der Landwirtschaft bereits der moderne Industrie-pflug durchsetzte und die landschaftsüblichen' Holzpflüge' außer Ge-brauch kamen, und zwar in einem betriebstechnischen Umschichtungspro-zeß, der nahezu 200 Jahre dauerte und der regional sehr unterschiedlichverlaufen ist.
Für die" Pflugforschung" im engeren Sinne war unter diesen Umständendie Lage kaum günstig. Sowohl in der Terrainarbeit wie in der Quellen-erschließung stand man in den 30er Jahren noch in ersten Anfängen. Dasgelang dort, wo vermehrtes museales Interesse am bäuerlichen Arbeitsge-rät geweckt wurde und/ oder persönliches Engagement für die Sache be-stand, so z.B. in Wels oder in Graz. Anderswo gedieh dies trotz bedeu-tender Forschungsvorgaben( R. Braungart, K. Rhamm, J. Burger d. A. u.a.)kaum. Der späte Versuch, im Österreichischen Volkskundeatlas für diehistorischen Pfluggeräte eine Übersicht darzustellen, hatte daher von
MUSEUM
ERA.
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BIBLIOTHEK
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