Jg. 1/89
Volkskunde in Österreich
Folge 1Reitererstadel aus Hafling bei Meran wurde durch Südtiroler und eige-ne Leute mit Stroh gedeckt. Ebenfalls bis zur Firstfeier vorangetrie-ben wurde der Aufbau des gemauerten" Bruggerkastens" aus Kartitsch inOsttirol. Die Bemalung ist für das kommende Frühjahr kostenlos durchRestaurator Hein KOLL aus Seefeld vorgesehen. An den Standorten derÖtztaler und Pitztaler Gruppe sind bereits die Steinmauerung des Pitz-taler Stalles und das Fundament des Ötztaler Hofes errichtet. Für die" Burschlbrücke" steht das Gerüst, beinahe fertiggestellt ist derSchießstand aus Vill bei Innsbruck. Eine Einblattsäge aus Niederthaiim Ötztal wurde uns durch den Raiffeisenverband zugeführt. Verhandlun-gen wegen eines realgeteilten Stalles aus Tobadill/ Gigl sind noch nichtabgeschlossen, der Versuch, einen Weidhof aus Jenesien/ Südtirol zu be-kommen blieb bisher ohne Erfolg. Weiters ist das Museum an dem Erwerbeines Pfostenspeichers als wichtigstes bäuerliches Baudenkmal inter-essiert.
Um den Besucherzulauf braucht sich das Museum, nicht zuletzt aufgrundvon aktiven Werbekampagnen, nicht zu sorgen. Im Offnungszeitraum desMuseums vom 2. April bis zum 31. Oktober wurde der Rekord von 110.000Besuchern gezählt. Ein großer Erfolg war wieder der Kirchtag unter derbewährten Leitung der Familie Auer, welcher ca. S 350.000,- einbrach-te.( hm)
Personalia
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GRAZ. Oskar Moser 75. Em. Univ. Prof. Dr. Oskar MOSER, Vizepräsidentdes Vereins für Volkskunde in Wien und Obmann des Kuratoriums des In-stituts für Gegenwartsvolkskunde der Österreichischen Akademie derWissenschaften, feiert am 20. Jänner 1989 seinen 75. Geburtstag. Wirgratulieren sehr herzlich und wünschen weiterhin Gesundheit und Freu-de an der wissenschaftlichen Arbeit im Dienste der Volkskunde.
NEUERSCHEINUNGEN
Österreichische volkskundliche Bibliographie Folge 17 19. Verzeich-nis der Neuerscheinungen für die Jahre 1981 bis 1983 mit Nachträgen ausden vorangegangenen Jahren. Wien, Verlag der wiss. Gesellschaften Öster-reichs, 1988,( 12), 400 Seiten, frz. brosch., ISBN 3-85369-704-6, öS 356/DM 54( im Abonnement öS 284/ DM 43).
Die vorliegende Dreifachfolge ist abermals über ihren unmittelbaren Ge-brauchswert als wissenschaftliches Nachschlagewerk hinaus als ein Spie-gel anzusehen, in welchem anhand des Nachweises von schriftlichen Ver-öffentlichungen der Zustand und Wandel, die thematischen, methodischenund erkenntnismäßigen Orientierungen des Faches Volkskunde in Österreichsich silhouettenartig abzeichnen. Eine neuere Geschichte der österreichi-schen Volkskunde wird diese" Profile", die seit Beginn der DVB im Jahre1965 in jeweils Ein-, Zwei- oder wie diesmal wieder Dreijahresschrittenerstellt werden, als Grundlage für eine Darstellung zu bewerten haben.Dem Wandel der Ideen, welchem die Volkskunde im Sinne des prozeßhaftenCharakters von Wissenschaft unterliegt, steht mitunter auch Veränderungin der wissenschaftlichen Verfahrens- und Arbeitsweise gegenüber. So ist
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