Jg. 12/1977
Volkskunde in Österreich
JOV KURZNACHRICHTEN
Museen, Sammlungen, Ausstellungen
MUX2 Folge 8
PERG( 0.0.). Bauernmöbel aus dem unteren Mühlviertel.- Am10. September hat der Herr Landesrat Dr.Ratzenböck in Perg,Dirnbergerstraße 3, eine ca. 50 Exponate umfassende Bauern-möbelausstellung eröffnet. Herrn Konsulent SR.Rudolf Moserist es wieder gelungen, einige Möbellandschaften herauszu-arbeiten. Einen Höhepunkt der barocken Bemalung stellen dieMöbel aus Hirschbach und aus St. Georggen an der Gusen dar.Interessante Einzelstücke sind zu sehen, darunter auch eini-ge alte Stücke und vor allem die älteste datierte Truhe ausdem Jahre 1566. Die Ausstellung umfaßt Kästen, Schubladkä-sten, Truhen, Betten und Türen- alles im Originalzustand,und- was wohl als Frucht der früheren Ausstellungen in Guns-kirchen, Reichersberg, Eferding und Ulrichsberg anzusprechenist, daß alle Gegenstände bereits noch oder wieder in Ge-brauch sind und keines der Stücke aus einem Abstellraum zuholen war. Zwei Ziele werden mit diesen Ausstellungen ver-folgt: der wissenschaftlichen Bauermöbelforschung einen Bei-trag zu leisten und Verständnis für den alten, bemalten Haus-rat zu schaffen. Die Ausstellung ist bis einschließlich 26.Oktober 1977 täglich von 9-12 und 14-17 Uhr bei freiem Ein-tritt zu besichtigen.( Dr.K.Doberer)
MODLING( N.Ö.). Awaren- Ausstellung.- Diese Sonderausstellunghat sich zum Ziel gesetzt, an Hand der Funde des 497 Gräberumfassenden Awaren- Friedhofs" An der Goldenen Stiege" in Möd-ling die Awarenzeit, jene nur wenig erhellten Jahrhundertezwischen Völkerwanderungszeit und erster karolingischer Be-siedelung, zu beleuchten. Die" Awaren- Ausstellung" stellteine interessante Ergänzung der Ausstellung" Baiernzeit inOberösterreich" für das Gebiet östlich der Enns dar. Grabbei-gaben aus 130 Gräbern- Schmuck, Waffen und kleine Gebrauchs-gegenstände-, Grabrekonstruktionen, Gräberfeldpläne, histo-rische Landkarten, Zeittafeln, Großfotos und eine Multimedia-schau geben Aufschluß über Begräbnissitten, Tracht, Wirt-schaftsform und Handwerk dieser Bevölkerung, für die ein mon-golider Einfluß von nur 6,8% errechnet wurde. Bei Schmuck undBeigabengefäßen konnten einige Mödlinger Spezialitäten fest-gestellt werden. Auch Unikate wurden" An der Goldenen Stiege"entdeckt, z. B. die vergoldeten Mantelschließen mit der einzi-
30