VOLKSKUNDE IN ÖSTERREICH
NACHRICHTENBLATT DES VEREINES FÜR VOLKSKUNDE
Jahrgang 9
Einladungen
1)
Wien, Februar 1974
Folge 2
NACHRICHTEN DES VEREINES
zu dem am Freitag, den 8. Februar 1974, im Hörsaal des Österreichischen Mu-seums für Volkskunde, Laudongasse 19, Wien VIII, um 18 Uhr stattfindendenVortrag von
cand.phil. Hans HAID
Obmann des Ötztaler Heimatvereins, Längenfeld/ Tirol- Wien
" Das Ötztaler Freilichtmuseum
Planung und Aufbau"
Drei Merkmale kennzeichnen das im Bau befindliche Freilichtmuseum des Ötz-tales in Tirol: 1.) Es ist in das Gefüge einer verhältnismäßig altartig verbliebe-nen Ortschaft( Lehn, Gemeinde Längenfeld) einbezogen, 2.) es soll entspre-chend seiner als Arbeitstitel gewählten Bezeichnung" Sozial museum des Berg-bauerntums" eine besondere Ausrichtung erhalten, und 3.) bietet der größte Teilder zur Aufstellung vorgesehenen und vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert stam-menden Gebäude eine deutliche bauliche Geschlossenheit. Die Vorarbeiten fürdie Errichtung eines Museums im Ötztal setzten im Jahr 1966 mit der Gründungdes Ötztaler Heimatvereines ein. Im Jahr 1968 wurde im sogenannten" Othesar"-Kasten( gemauert, datiert 1665) in Unterlängenfeld ein kleines Museum eröff-net. Der eigentliche Aufbau des Freilichtmuseums setzte endlich 1971 ein, nach-dem ein Haus in Lehn erworben werden konnte; es trägt im Bundwerk die Da-tierung 1677. Seither hat der Ötztaler Heimatverein eine Mühle aus Freistabel,eine Säge am Lehnbach, einen Pfostenspeicher( um 1690), einen Stall- Stadel( datiert 1618), einen Backofen und ein Holzhaus( Seitenflurhaus aus Sölden-Moss) erworben. Eine Flachsschwinghütte wurde in Östen sichergestellt. Insge-samt sollen etwa 16 Objekte aus dem gesamten Ötztal ausgestellt werden, teil-weise im engeren Ortsbereich und teilweise am Kahrbach. Baukundlich interes-sant sind die Pfostenspeicher, der Ständer- Bohlenbau, der Krippenstall( Um-laufstall) und die durch die Wasserkraft betriebenen Flachsmaschinen.
2)
zu dem gemeinsam mit der Anthropologischen Gesellschaft in Wien am Mittwoch,den 20. März 1974, um 18 Uhr im Institut für Völkerkunde der Universität Wien,Neues Institutsgebäude, Wien 1, Universitätsstraße 7, Stiege 1,4. Stock veran-