Heft 
4 (1969) 1-10
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Jg.4/ 1969

II

Volkskunde in Österreich

BERICHTE

Vor Erscheinen der

Folge 3

Österreichischen volkskundlichen Bibliographie"

Eine volkskundliche Bibliographie der österreichischen Volkskunde bedeutet fürjeden, der sich mit dem Gegenstand beschäftigt, eine wirkliche Arbeitserleich-terung. Obwohl es seit Jahrzehnten eine Internationale volkskundliche Biblio-graphie gibt, die auch jedem, der auf diesem Gebiet in Österreich arbeitet,unentbehrlich ist und bleibt, ist der Wunsch nach einer Landes- Bibliographieimmer deutlicher, immer unüberhörbarer geworden. Österreich erhält hier nuneine Veröffentlichung, zu der es genügend Gegenstücke bereits in den Nach-barländern gibt. Auch dort hat man sich jahrzehntelang mit der Internationa-len volkskundlichen Bibliographie beholfen, und ist nunmehr, seit mehr oderweniger Jahren dazu übergegangen daneben auch eine landeseigene Biblio-graphie zu erstellen. Nicht zuletzt wohl auch aus dem Wunsch heraus, damitdie eigene Arbeit in höherem Ausmaß als bisher zu dokumentieren, die Veröf-fentlichungstätigkeit der lebenden Generation deutlicher vor der Öffentlich-keit herauszustellen als dies bei Einordnung der landeseigenen Veröffentli-chungen in die Reihen, in die Abschnitte der Internationalen Bibliographieeben möglich ist.

In Österreich ist schon früher mehrfach versucht worden, die eigene volks-kundliche Literatur zur Geltung zu bringen. Alle damit befaßten Institute ha-ben gelegentlich Übersichten, Jahresberichte, Bibliotheksverzeichnisse oderähnliche Veröffentlichungen herausgegeben, welche diesem Zwecke haupt-sächlich oder doch teilweise dienen sollten. In der Österreichischen Zeit-schrift für Volkskunde sind, und zwar in jeder ihrer drei Serien, gelegentlichAnsätze dazu unternommen worden. Es wurde auch versucht, umfassende Bi-bliographien zur Volkskunde der einzelnen Bundesländer zu schaffen. Nachälteren Versuchen in Steiermark, in Kärnten und in Tirol ist Karl M. Kliersein Vorhaben geglückt, eine bis zum Erscheinungsjahr vollständige Biblio-graphie der Volkskunde des Burgenlandes zu vollenden. Für die größeren Bun-desländer dürften sich freilich solche Gesamt- Bibliographien nur mit großenSchwierigkeiten erstellen lassen.

Umgekehrt wurde am Österreichischen Museum für Volkskunde nach dem zwei-ten Weltkrieg begonnen, für den Hausgebrauch eine Kartothek zu erstellen,die praktisch eine gesamte Bibliographie der österreichischen Volkskunde wer-den konnte. An der Verzettelung dafür haben jahrelang alle wissenschaftlichenBeamten des Hauses mitgewirkt, ihnen gebührt auch heute noch der Dank allerderzeitigen und auch der späteren Benützer. Im Zusammenhang mit dieser Ar-beit habe ich 1948 die Schaffung eines" Bibliographischen Handbuches derösterreichischen Volkskunde" angeregt( ÖZV Bd. 11/51, 1948, S.10 f.). DieGrundlage dafür ist in der Kartothek des Museums gegeben. Auf der dafür ge-schaffenen Gliederung beruht nunmehr auch der neue Versuch einer biblio-graphischen Erfassung der Volkskunde- Veröffentlichungen in und über Öster-reich, den der Verein für Volkskunde hiermit vorlegt. Leopold SchmidtBeachten Sie bitte die beiliegende Vorbestellkarte!

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