Heft 
4 (1969) 1-10
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Jg. 4/1969

Volkskunde in Österreich

Zur freundlichen Beachtung

Folge 1

Es liegt diesem Nachrichtenblatt ein Erlagschein zur Einzahlung des mit Jah-resbeginn fälligen Mitgliedsbeitrages sowie der Abonnementsge-bühr( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde) für das Jahr 1969 bei. DerMitgliedsbeitrag beträgt öS 20.-, das Zeitschriftenabonnement inkl. Versandim Inland öS 80.- im Ausland öS 84.-. Die jeweiligen Beträge sind zusammenmit allfälligen Zahlungsrückständen auf dem Erlagschein vermerkt. Zur Erleich-terung der ehrenamtlichen Tätigkeit des Vereinskassiers wird höflich um baldigeEinzahlung gebeten.

UMFRAGEN

Umfrage über die" Freundschaft"

Im Anschluß an den von Prof. Karl LUGMAYER auf der NiederösterreichischenVolkskundetagung 1968 in Stadt Haag gehaltenen Vortrag über" Freundschaftund Sippe" hat das NO. Bildungs- und Heimatwerk einen Fragebogen über die" Freundschaft" entworfen und an seine Mitarbeiter in ganz Niederösterreichversandt. Mit dem neuerlichen Abdruck des Fragebogens an dieser Stelle ver-knüpft sich die Bitte an alle Leser, nach Möglichkeit Beobachtungen und Er-fahrungen zu den einzelnen Fragen dem NO. Bildungs- und Heimatwerk( Bank-gasse 2, 1010 Wien) oder der Redaktion des Nachrichtenblattes mitzuteilen." In manchen Teilen Niederösterreichs und benachbarter Landschaften bezeich-net man jenen Umkreis der größeren Verwandtschaft, der über den Normalbe-reich hinausreicht, als' Freundschaft'. Es gibt Gegenden, in denen diese' Freundschaft' stärker herangezogen wird als in anderen, in denen sie bei feier-lichen Gelegenheiten, besonders bei Hochzeiten und Leichenbegängnissen inErscheinung tritt.

1.) Wo( örtlich) ist die' Freundschaft' in den oben erwähnten Formen be-kannt?

2.) Wer gehört auch noch im weiteren Sinn zu dieser' Freundschaft'?3.) Bei welcher Gelegenheit erscheinen Angehörige der' Freundschaft'( Tau-fe, Hochzeit, Tod, Firmung, Kirchweih usw.)?

4.) Gibt es bestimmte Äußerungen der Verbundenheit mit der' Freundschaft'?-Hochzeitsgeschenke; Anwesenheit beim Leichenbegängnis, bei der Toten-zehrung, bei der Seelenmesse; Kerzenopfer bei der Seelenmesse; Patenge-schenke( Göd und Godl)?

5.) Tritt die' Freundschaft' in Fällen der Not besonders in Erscheinung? Etwabei Feuersbrunst, Hochwasser usw.?

6.) Wendet man sich an die' Freundschaft' bei wirtschaftlichen Überlegungen?Etwa beim Ankauf großer Maschinen, beim Erwerb von Grund und Boden,in Fragen der Berufsausbildung?

7.) Beruhen alle Verbindungen innerhalb der' Freundschaft' auf mündlichenVereinbarungen, oder gibt es schriftliche Unterlagen und welche?

8.) In welchem Ausmaß sind sich die Angehörigen der' Freundschaft' durchBilder bekannt? Geht man zu bestimmten Anlässen zum Photographen?"