Jg. 3/1968
Volkskunde in Österreich
Folge 2
KURZ BERICHTE
Museen, Sammlungen, Ausstellungen
GRAZ. Zügiger Aufbau des Österreichischen Freilichtmuseums. Der Veröf-fentlichung des Protokolls über die Jahreshauptversammlung des" Österreichi-schen Freilichtmuseums" am 20. September 1967 ist zu entnehmen, daß sichnoch vor Ablauf der ersten Hälfte der Aufbauperiode die Zahl der eingeholtenObjekte auf 23 erhöht hat; 16 Bauwerke sind bereits aufgerichtet. Ein für dieOrganisation der österreichischen Volkskunde im allgemeinen wichtiger undsehr begrüßenswerter Kuratoriumsbeschluß sieht nunmehr auch die Errichtungeiner zentralen Fachbibliothek und Dokumentationsstelle der österreichischenHausforschung in dem bereits im Bau befindlichen Museums- und Verwaltungs-gebäude des Österreichischen Freilichtmuseums vor.( kb)
WIEN. Bauernhäuser in Bildern.-" Die österreichische Kunstgeschichte ver-fügt über einen gar nicht kleinen Bestand an Bauernhausbildern aus der Umge-bung von Wien, aus dem Schneeberggebiet und aus dem Salzkammergut, diedurchwegs im Biedermeier entstanden sind. Daß die moderne Kunst, daß Malerdes 20. Jahrhunderts sich auch mit dem Bauernhaus beschäftigt haben, und zwarnunmehr in allen österreichischen Bundesländern, das ist sehr wenig bekannt.Fast keine Gemäldegalerie zeigt solche Bilder. Das Österreichische Museumfür Volkskunde in Wien hat sich deshalb vor allem nach dem Zweiten Welt-krieg zu einer seiner Aufgaben gemacht, derartige Bilder nicht nur zu sammeln,sondern unter Umständen Maler dazu überhaupt erst anzuregen. Auf diese Weiseist eine kleine Sammlung von Bildern entstanden, die durchwegs von Malernder Gegenwart geschaffen wurden, und unromantisch das bäuerliche Haus unse-rer Zeit zeigen." Einen Querschnitt dieser Sammlung bieten zwölf bemerkens-werte Farbreproduktionen in dem vom Sparkassenverlag( 1030 Wien, Grimmels-hausengasse 1) herausgebrachten Kalender" Ernten und Vorsorgen 1968". Ineiner kleinen zusammenfassenden Darstellung" Bauernhäuser in Bildern" kom-mentiert Leopold SCHMIDT die Auswahl von Ölbildern, Aquarellen und Zeich-nungen, die Künstler wie Wolfgang SCHÖNTHAL, Liesl FREIINGER- WOHL-FAHRTH, Herbert PASS, Ernst SCHROM, Milly NIEDENFÜHR, Jörg REITTER,Leopold SCHÖLM und Emmy HIESSLEITNER- SINGER auf ihren Wanderungendurch Österreich geschaffen haben.( kb)
WIEN. Ausstellung" Sardische Holzschnitte".- Für die volkskundliche Chronikfestzuhalten ist die vom Italienischen Kulturinstitut Wien zusammen mit demStaatlichen Italienischen Fremdenverkehrsamt ENIT vom 19. Jänner bis 2. Feb-ruar 1968 in den Räumen der Österreichischen Staatsdruckerei veranstaltetenAusstellung" Sardische Holzschnitte" vom Ente Provinciale Turismo Sassari.Zwanzig Künstler Sardiniens, darunter die namhaftesten ihrer Heimat, gewäh-ren in den ausgewählten Blättern einen tiefen Einblick in die Eigenart desVolkslebens und der Menschen auf dieser Mittelmeerinsel: ländliche Feste,religiöse Feiern, das Leben in der Familie, die tägliche Arbeit im Haus undauf dem Feld; Hirten und Bauern, Mädchen und Mutter. Zur Ausstellung, dieanschließend auch in Luzern und Zürich zu sehen sein wird, erschien ein be-bilderter Katalog.( kb)
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