Jg.2/ 1967
Volkskunde in Österreich
BERICHTE
Krippenausstellung im Warenhaus Gerngroß in Wien
Folge 10
Am 1. Dezember 1967 wurde unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeitdie Krippenausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde im Wa-renhaus Gerngroß auf der Mariahilferstraße in Wien eröffnet. Wie vor zwölfJahren wurden wieder alle wichtigen Krippenbestände des Museums in einereigens für diesen Zweck adaptierten Ausstellungsräumlichkeit des erneuertenund vergrößerten Warenhauses ausgestellt, wobei für das Museum Kustos Dr.Adolf Mais die Arbeiten leitete und der Architekt des Hauses Gerngroẞ, AlfredForster, den Einbau und die Beleuchtungsarbeiten durch die großen Werkstättendes Warenhauses durchführen ließ.
Für das Museum bedeutet die Ausstellung die Gelegenheit, auch jene großenKrippen einmal zur Aufstellung zu bringen, die im Hauptgebäude schon ausPlatzmangel nie richtig darzubieten sind. Zu der barocken vielfigurigen Krippeaus Vill bei Igls in Tirol, einem berühmten Stück des Museums, kam in diesemFall noch die Kern- Krippe aus Ebensee im Salzkammergut, eine Neuerwerbungdes Museums, die in Wien überhaupt noch nie aufgestellt war. Auch eine Reihevon Krippen, bzw. Bethlehems aus Ungarn und Schopkas aus Polen wurden aus-gestellt, um die Spielformen der Krippe in Ostmitteleuropa darzutun; und auchdabei handelte es sich um einige wichtige Neuerwerbungen, die noch nie öf-fentlich in Wien zu sehen waren. Zusammen mit den bekannteren Beständen,nicht nur an Krippen, sondern auch an anderer weihnachtlicher Volkskunstkonnte somit ein sehr umfassendes Bild dieser weihnachtlichen Volkskunst inund um Österreich gezeigt werden.Schdt.
Erweiterungsarbeiten im Schloßmuseum Gobelsburg
Die" Sammlung altösterreichische Volksmajolika" in der Außenstelle des Öster-reichischen Museums für Volkskunde, also im Schloßmuseum Gobelsburg beiLangenlois, hat sich auch im Sommer 1967 eines regen Besuches zu erfreuengehabt. Etwa 3000 Besucher haben das Schloßmuseum ohne besondere Werbungbesichtigt, darunter eine Reihe von Gruppen und Vereinen. Der Administratordes Stiftes Zwettl, P. Bertrand Baumann, hat nunmehr den Ausbau der weiterenSchauräume ins Auge gefaßt. Zunächst konnte ein eigener Raum an der Berg-seite des Schlosses freigemacht und restauriert werden. Er ist für eine eigeneSammlung des alten niederösterreichischen Hafnergeschirres, vor allem aus demWaldviertel, bestimmt, um auf diese Weise das Hafnergeschirr mit dem in denanderen Räumen gezeigten Majolikageschirr zu konfrontieren. Auch hier wer-den wieder Möbel und vor allem künstlerische Nachzeichnungen nach Wald-viertler bemalten Möbeln dazugehängt und gestellt werden.
Für das nächste Jahr ist die Restaurierung eines weiteren, größeren, daneben-liegenden Saales geplant. Der Saal mit seinen drei Fensterachsen und seinerStuckdecke soll für die Unterbringung von Wechselausstellungen dienen. Es istgeplant, einige Jahre hindurch in Wechselausstellungen ausgewählte Objekteund Objektgruppen aus den Vergleichssammlungen des Museums zur Geltungzu bringen.
Schdt.
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