Jg. 2/1967
Volkskunde in Österreich
Folge 2
KURZ NACHRICHTEN
Museen, Sammlungen, Ausstellungen
GRAZ. Durch die Errichtung eines Bregenzerwälderhauses aus Schwarzenberg( Vorarlberg), des" Wegleithofes" aus St. Walburg im Ultental( Südtirol) undeines Kittings aus Unterschützen( Burgenland) trat bis Ende des Jahres 1966 diegesamtösterreichische Aufgabe des Österreichischen Freilichtmuseums in Graz-Stübing nunmehr stärker hervor. Wie aus dem" Protokoll über die Jahreshaupt-versammlung des' Österreichischen Freilichtmuseums' am 21. September 1966"( Hektographiertes Protokollmanuskript, 39 Seiten, 13 Lichtpausen) hervorgeht,konnten im Rahmen des auf zehn Jahre bemessenen Aufbauprogrammes seit 1963bereits 12 Museumseinheiten fertiggestellt bzw. ihrer Vollendung nahe gebrachtwerden. Unter den Arbeitsvorhaben für das Jahr 1967 ist die Einholung vonBauten aus Oberösterreich, Südtirol, Nordtirol, Salzburg und Kärnten vorge-sehen.( kb.)
Institute, Archive
WIEN. Das Institut für Volksmusikforschung an der Akademie für Musik unddarstellende Kunst in Wien, das im Herbst 1966 seine neuen Räumlichkeitenim ehemaligen Wiener Ursulinenkloster beziehen konnte, begann im vergan-genen Jahr mit den systematischen Aufnahmen des volkstümlichen Lied- undMusikgutes einzelner Ortschaften, wie Piringsdorf und Breitenbrunn im Burgen-land. Wie weiter aus dem Jahresbericht des Institutes hervorgeht, konnten inZusammenarbeit mit der Österreichischen Phonothek( Österreichische Na-tionalbibliothek) Feldaufnahmen von der zwei Tage dauernden Wallfahrt derniederösterr. Ortschaft St. Michael bei Amstetten nach Mariazell und zurückgemacht werden. Die Mariazeller Wallfahrt der St. Michaeler ist besondersdurch ihre liedstarke Tradition gekennzeichnet. Es ist geplant, die authen-tischen Aufzeichnungen im Rahmen der Edition der Österreichischen Phonothekals Schallplatte herauszubringen.( kb.)
WIEN. Auf eine erfolgreiche Tätigkeit im Jahr 1966 blickt der Arbeitsausschuẞfür Wien und Niederösterreich des Österreichischen Volksliedwerkes zurück.Der Leiter des Ausschusses, Franz SCHUNKO, kann von der Aufnahme einesTonfilmes über den Brauch des Karwochenratschens in Niederösterreich berich-ten: der Verein für Volkskunde wird bestrebt sein, diesen Dokumentarfilm nachFertigstellung durch die Staatliche Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilmim Rahmen einer Abendveranstaltung vorzuführen. Univ.- Prof. Dr. LeopoldSCHMIDT, Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde, überant-wortete dem Volksliedarchiv aus dem Museumsbestand den gesamten hand-schriftlichen Nachlaß des 1957 verstorbenen Schuldirektors Leopold HÖFER;es handelt sich hierbei um Aufzeichnungen mündlicher Volksüberlieferung,bes. aus Wien. Daneben konnten alle Sammlungen des Volksliedarchivs im Be-richtsjahr 1966 einen regelmäßigen Zuwachs verzeichnen. Einen überaus gro-Ben Verlust für das Volksliedarchiv für Wien und Niederösterreich bedeutetder Tod von Prof. Karl M. KLIER( 29. September 1966), dessen ganzes Wirken
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