61• 2/2026 SCHAUFENSTER5ATLAS(ATЛAC): -Vernacular HardcoreArtistic Residency vonBogdana Kosmina imVolkskundemuseum WienImprovisation. Im Fokus steht der kollabora-tive Wiederaufbau als konkreter Entwurfeiner Zukunft, wenn die Gegenwart kaumfassbar scheint.2026 ist Bogdana Kosmina im Rahmendes Artists Solidarity Program Europe(ASoP)des BMEIA zu Gast am VolkskundemuseumWien. Hier erschließt sie nicht nur dashistorische Material, sondern untersucht, wiein der Ukraine zerstörte Gebäude jenseitsoffizieller Pläne wiederaufgebaut werden:als direkte, oft informelle Reaktion auf dieNot des Krieges.Bogdana Kosmina,Konzept und LeitungHerbert Justnik,Kuratierung und DramaturgieSeit dem russischen Angriff auf die Ukraine2022 widmet sich die Architektin BogdanaKosmina einem außergewöhnlichen Fami-lienerbe: dem„Atlas traditioneller ukraini-scher Wohnhäuser“(19.–20. Jahrhundert).Ursprünglich von ihrer Großmutter TamaraKosmina – Ethnografin und Architektin ander Kiewer Akademie der Wissenschaften –konzipiert, wurde das Archiv über drei Gene-rationen von Frauen weitergeführt. Heuteumfasst es Karten, Zeichnungen, Aquarelleund Fotografien, die auf ethnografischemMaterial von Pionieren wie Fedir Vovk undMaria Toren basieren. Seit 2023 digitalisiertBogdana Kosmina diese verstreuten Quellenund verwandelt sie in ein lebendiges Werk-zeug, um den Wiederaufbau ukrainischerVolksarchitektur unter Kriegsbedingungen zuverstehen.Ihr Projekt Atlas Vernacular Hardcorefragt: Wie entsteht Architektur in Zeiten derKrise? Nicht als geplanter Prozess, sondernals„emergency vernacular“ – ein Zusammen-treffen von Tradition, DIY-Strategien undHighlights der ResidencyFr, 10. und Sa, 11.4.2026, 16 bis 19 Uhr:Studio Visit im Kollektiv KaorleOrt: Kollektiv Kaorle, Otto Wagner Areal, Pavillon 21Public Program im Herbst 2026Ausstellung von Ende September bis EndeOktober 2026Ort: MAGAZIN. Space for Contemporary ArchitectureAtlas Vernacular Hardcore ist ein kollaboratives Unter-fangen, das bereits im ukrainischen Pavillon der Archi-tektur-Biennale Venedig 2025 präsentiert wurde. In Wienwird das Projekt fortgesetzt – als Dialog über traditionelleHausformen, grassroots-Initiativen und die Gestaltung vonZukunft in unsicheren Zeiten.Information& Programm:www.atlas-vernacular-hardcore.orgGefördert von BMEIA – BundesministeriumEuropäische und internationale Angelegenheiten