SCHAUFENSTER
Provenienzforschung und Restitution imÖsterreichischen Museum für Volkskunde
Provenienzforscherin Claudia Spring
Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Österrei-chischen Museums für Volkskunde setzen sich schon seit einigen Jah-ren aktiv mit der Geschichte des Museums während der NS- Zeit aus-einander. Sichtbare Zeichen davon sind die Gedenktafel am Museum,zahlreiche Vorträge und Publikationen sowie das aktuelle FWF- Projektüber das Österreichische Museum für Volkskunde zwischen 1930 und1950 von Birgit Johler und Magdalena Puchberger. Zunehmend rücktedabei auch die Akquise von Objekten in den Fokus, verbunden mit derFrage, ob sich auch Objekte von in der NS- Zeit verfolgten und vertrie-benen Personen im Museum befinden. Um dies beantworten zu kön-nen, erfassten Elisabeth Egger( Objektmanagement Volkskundemuse-um) und Hermann Hummer( Bibliothek Volkskundemuseum) bereits allezwischen 1938 und 1945 akquirierten Objekte und Bücher elektronischund schufen so eine wichtige Grundlage. Seit 1. Februar 2015 gibt esim Volkskundemuseum nun eine eigene Provenienzforscherin: Die Zeit-historikerin Claudia Spring bringt ihre Erfahrungen aus verschiedenstenForschungsprojekten und als Provenienzforscherin mit und wird, finan-ziert aus den Mitteln der Museumsförderung/ BKA und des AMS Wienim Ausmaß von 20 Wochenstunden bis Ende 2016 beschäftigt sein.
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Obwohl das Volkskundemuseum als Vereinsmuseum formal nicht andie Bestimmungen des Kunstrückgabegesetzes( BGBI I Nr. 181/1998)gebunden ist, kooperiert es eng mit der Kommission für Provenienz-forschung mit dem Ziel eines transparenten und offensiven Umgangsmit eventuell zu Unrecht im Museum vorhandenen Objekten und derenRestitution an die Rechtsnachfolgerinnen und Rechtsnachfolger ver-folgter und beraubter Personen. Ergebnisse der Provenienzforschungund Entscheidungen des Kunstrückgabebeirates werden jeweils in denVereinsmedien und auf der Website des Museums veröffentlicht.
März- April 2015
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