er war ein Familienmitglied geworden. Das täglicheWaschen erinnerte mich an die Kinderpopos, und sokam der Pilz zu seinem Namen: BURSCHI. Er fühltesich offensichtlich wohl und begann zu wachsen undzu wachsen. Also musste er geteilt werden, und einAbsatzmarkt musste gefunden werden. Als Erstes in-fizierte ich meine erwachsene Nichte mit dem Pilz.Dort hieß er ROBERTSON. Mit der Zeit überwucherteder Pilz die ganze Verwandtschaft. Aber irgendwannverschwand er genau so, wie er aufgetaucht war.
Heute führt der Kefir ein jammervolles Schattenda-sein zwischen Zehner- Metern mehr oder weniger de-naturierter, mit Vitaminen und Chemie versetzter Jo-ghurts im Kühlregal. Doch es ist gar nicht der richtigeBURSCHI- Kefir, prickelnd und mit einem bissl Alko-hol drin, sondern„ Kefir Mild". Lasset uns ein trauri-ges Lied für den echten Kefir singen:„ O alte BUR-SCHI- Herrlichkeit, wohin bist du entschwunden?".
Dr. Robert Kirnbauer
Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie,Universität Wien
Jänner- Februar 2015
15