Geduldflasche: Bergwerksszenen
Geduldflasche: Bergwerksszenen
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ÜbersichtDetaillierte InfosVerwendung
- InventarnummerÖMV/39475
- Objektart
- Beschreibung
Dieses Flascheneingericht zeigt Phasen und Hierarchien des historischen Erzbergbaus. In der obersten Szene wird das geförderte Erz am Tisch begutachtet und die Gewerkenversammlung teilt die Gewinne auf oder macht die Schichtabrechnung (Sie halten Dokumente in der Hand). Der Knappe beim Schmelzofen testet das Erz auf seine Schmelzbarkeit.
In der Mitte wird die schwere körperliche Arbeit in der Grube dargestellt. Fünf Knappen transportieren Erz zum Schmelzofen, der sich in Wirklichkeit jedoch über Tage befunden hätte.
Unten ist ein Stolleneinbruch dargestellt. Material und Menschen liegen durcheinander. Eine Leiter führt nach oben in die Sicherheit.
An der rechten Schmalseite ist über die beiden oberen Szenen hinweg ein Kruzifix gesetzt.
Der im Inventarbuch vermerkte Erwerbungsort Hallstatt ist ziemlich sicher nicht der Herstellungsort des Eingerichts. Zwar gibt es in Hallstatt eines der ältesten Bergwerke der Welt, aber es ist ein Salzbergwerk. Die Szenen im der Flasche zeigen eindeutig einen Erzbergbau mit Verhüttung wie er in den böhmischen, sächsischen und slowakischen Erzrevieren stattfand. Dies sind auch die typischen Gegenden für die Herstellung solcher Eingerichte. Hallstätter Bergleute stellten Falschen mit anderen Motiven (religiöse oder Szenen des Salzabbaus) her. Die Flasche wurde also vielleicht als Ziergegenstand oder Andenken in Hallstatt benutzt. Allerdings wurde Hallstatt schon im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Tourismusort. Es ist daher denkbar, dass Händler böhmische oder erzgebirgische Geduldsflaschen nach Hallstatt importierten, um sie dort an wohlhabende Sommerfrischler*innen als edles "Bergbau-Souvenir" zu verkaufen. [Kathrin Pallestrang] - Hersteller:in
- Entstehung
- Verwendung
- Material
- Technik
- AbmessungenH: 23,5 cm B: 9 cm T: 6,5 cm
- ErwerbungsartTausch
- DokumentationSchmidt, Leopold: Volkskunst der Bergleute im alten Oesterreich-Ungarn. Wien: Montan-Verlag 1959, S. 22.
- IIIF
- Archiv
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