Positiv: Porträt einer Person mit Schwert und Bogen, Japan
- Volkskundemuseum Wien CC PDM 1.0
- Volkskundemuseum Wien CC PDM 1.0
- Inventarnummerpos/67917
- Objektart
- Beschreibung
Abgebildet ist eine Studioaufnahme einer stehenden Person im Profil nach links, ausgestattet mit einer vollständigen Rüstung aus lamellenartigen Platten. Es handelt sich um einen japanischen Daimyo, ein mächtiger Feudalherr in Japan. Auf dem Rücken trägt sie einen Köcher mit Pfeilen; in der linken Hand hält sie einen Bogen, an der Seite ist ein Schwert befestigt. Die Person ist traditionell gekleidet, mit gebundenem Haar und flachem Schuhwerk. Der Hintergrund ist neutral, der Boden karg; im Vordergrund liegen abgelegte Textilien oder Gegenstände.
Zwischen 1868 und 1870 reiste der österreichische Fotograf Wilhelm Burger im Rahmen einer k. k. Mission des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK – Museum für angewandte Kunst) über Westeuropa nach Ostasien und Südamerika, um wirtschaftliche und diplomatische Kontakte zu fördern sowie Kultur und Gesellschaft fotografisch zu dokumentieren. Ziel war es, Wissen und Bilder für die österreichische Öffentlichkeit und Wissenschaft zu sammeln – stets aus eurozentrischer Perspektive. Burger schuf rund 400 Fotografien, von denen viele als bedeutende Zeugnisse der frühen Reisefotografie gelten. Kritisch betrachtet steht seine Arbeit jedoch auch im Kontext kolonialer Blickregime: die Aufnahmen spiegeln häufig westliche Vorstellungen und Inszenierungen des "Exotischen" wider. Trotz dieser Problematik haben seine Bilder heute sowohl dokumentarischen als auch diskussionswürdigen kulturhistorischen Wert. Auch diese Aufnahme entstand vermutlich auf dieser sogenannten "Expedition".
18. Oktober 1868: Triest, Italien
12. bis 18. November 1868: Gibraltar, Großbritannien
22. bis 24. November 1868: Tanger, Marokko
2. Dezember 1868: Teneriffa, Spanien
26. Jänner bis 18. Februar 1869: Kapstadt, Südafrika
6. bis 11. April 1869: Anyer, Indonesien
14. bis 21. April 1869: Singapur
27. April bis 10. Mai 1869: Samut Prakan, Thailand
15. bis 19. Mai 1869: Saigon (heute: Ho-Chi-Minh-Stadt), Vietnam
2. bis 13. Juni 1869: Hongkong
19. Juni 1869: Shanghai, China
16. September 1869: Nagasaki, Japan
2. Oktober 1869: Yokohama, Japan
6. Oktober 1869: Tokyo, Japan - Mitwirkende:r bei Herstellung
- Fotograf:in
- Entstehung
- Material
- Technik
- AbmessungenH: 9,9 cm B: 6,3 cm
- FormatCarte de Visite ; Hochformat
- Abbildung / Motiv
- Assoziation
- Inschrift / Aufschrift[Recto:] ORIGINAL-AUFNAHMEN VON WILH. Burger;
[Verso:] 318 // Japanesischer Krieger. Japanese marrior [sic!]. QUERRIER JAPONAIS. Vervielfältigung vorbehalten. // pos 67.917 - Erwerbungsartunbekannt
- IIIF
- Archiv
- Verwaltende Institution
- URN
Diese Fotografie entstand während einer kolonialen Expedition im 19. Jahrhundert. Solche Aufnahmen zeigen zumeist europäische Vorstellungen und Inszenierungen und keine realen, vor Ort gebräuchlichen Situationen, Bekleidungsnormen oder Körperhaltungen. Sie stellen Personen stereotypisierend dar und reduzieren diese auf europäische Vorstellungen ihrer Herkunft, Religion und Hautfarbe.
Fotografien sollten stets – wie alle Quellen – im Zusammenhang mit ihrem historischen Kontext und den damit verbundenen damaligen wie heutigen ethischen Fragestellungen betrachtet werden – insbesondere hinsichtlich der herrschenden Machtverhältnisse und Fragen der Repräsentation sowie der oft fehlenden Einwilligung zur Aufnahme durch die abgebildeten Personen.
Das Volkskundemuseum Wien distanziert sich ausdrücklich von diskriminierenden, rassistischen und sexistischen Inhalten sowie von NS-Ideologie und sonstiger Propaganda. Objekte mit problematischem Inhalt bleiben jedoch zum Zweck der Bildung und Forschung sichtbar.
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