Positiv: Porträt einer Frau in Shanghai, Kaiserreich China : SCHANGHAI. CHINESISCHES MÄDCHEN. (Originaltitel)
Positiv: Porträt einer Frau in Shanghai, Kaiserreich China : SCHANGHAI. CHINESISCHES MÄDCHEN. (Originaltitel)
- Volkskundemuseum Wien CC PDM 1.0
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ÜbersichtDetaillierte InfosVerwendung
- Inventarnummerpos/63233
- Objektart
- Beschreibung
Abgebildet ist ein Ganzkörperporträt einer jungen Frau. Sie selbst trägt charakteristische Kleidung der Region und Zeit, eine weite Tunika (ao), einen Faltenrock (qun) sowie bestickte Schuhe (Xiuhuaxie). Ihre Haare sind kunstvoll zu einem Pferdeschwanz gebunden. Die Frau sitzt auf einem Stuhl, neben ihr ein Tisch auf dem eine Blumenvase und eine Opiumpfeife steht.
Zwischen 1868 und 1870 reiste der österreichische Fotograf Wilhelm Burger im Rahmen einer k. k. Mission des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK – Museum für angewandte Kunst) über Westeuropa nach Ostasien und Südamerika, um wirtschaftliche und diplomatische Kontakte zu fördern sowie die "fremden" Kulturen fotografisch zu dokumentieren. Ziel war es, Wissen und Bilder für die österreichische Öffentlichkeit und Wissenschaft zu sammeln – stets aus eurozentrischer Perspektive. Burger schuf rund 400 Fotografien, von denen viele als bedeutende Zeugnisse der frühen Reisefotografie gelten. Kritisch betrachtet steht seine Arbeit jedoch auch im Kontext kolonialer Blickregime: die Aufnahmen spiegeln häufig westliche Vorstellungen und Inszenierungen des "Exotischen" wider. Trotz dieser Problematik haben seine Bilder heute sowohl dokumentarischen als auch diskussionswürdigen kulturhistorischen Wert.
18. Oktober 1868: Triest, Italien
12. bis 18. November 1868: Gibraltar, Großbritannien
22. bis 24. November 1868: Tanger, Marokko
2. Dezember 1868: Teneriffa, Spanien
26. Jänner bis 18. Februar 1869: Kapstadt, Südafrika
6. bis 11. April 1869: Anyer, Indonesien
14. bis 21. April 1869: Singapur
27. April bis 10. Mai 1869: Samut Prakan, Thailand
15. bis 19. Mai 1869: Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt), Vietnam
2. bis 13. Juni 1869: Hongkong
19. Juni 1869: Shanghai, China
16. September 1869: Nagasaki, Japan
2. Oktober 1869: Yokohama, Japan
6. Oktober 1869: Tokyo, Japan - Sonstige:r Beteiligte:r
- Fotograf:in
- Lithograf:in
- Auftraggeber:in
- Entstehung
- Material
- Technik
- AbmessungenH: 10,7 cm B: 6,8 cm
- FormatCarte de Visite ; Hochformat
- Abbildung / Motiv
- Assoziation
- Inschrift / Aufschrift[Recto:] Nach d. Natur ph. von W. Burger. SCHANGHAI. CHINESISCHES MÄDCHEN.
[Verso:] WILH. BURGER FOTOGRAF DER K. K. OSTASIATISCHEN EXPEDITION Jede Art der Vervielfältigung vorbehalten. K. Krziwanek Wien // p/63.233 - ErwerbungsartunbekanntAltbestand
- IIIF
- Archiv
- Verwaltende Institution
- URN
Hinweis
- Das Objekt steht exemplarisch für den kolonialen und rassistischen Blick des 19. Jahrhunderts. Solche Bezeichnungen reduzierten Menschen auf ihre Herkunft, Religion und Hautfarbe und entindividualisierten sie bewusst. In sogenannten „Volkstypenaufnahmen“ wie dieser wurde versucht, ganze Bevölkerungsgruppen stereotypisch darzustellen – häufig inszeniert, ohne Kontext, und unter eurozentrischen Vorstellungen des „Fremden“. Die Fotografie diente dabei weniger der Dokumentation als der Reproduktion kolonialer Machtverhältnisse. Heute muss sie als historisches Zeugnis kritisch gelesen und kontextualisiert werden.
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