Digitale ethnografische Archive323Das Alter der am SLIVK aufbewahrten Tonträger, insbeson-dere der Tonbänder, deren Aufnahmen teilweise in die 1950er-Jahrezurückreichen, gebot ab dem Jahr 2014 die Suche nach Institutionenzur bestmöglichen archivalisch-konservatorischen Digitalisierung.65Im November 2016 wurden – angeregt durch eine Arbeits-bekanntschaft der damaligen Institutsleiterin Ulrike Kammerhofermit Gerda Lechleitner(bis 2020 Kuratorin der Historischen Samm-lungen des PhA) – zuerst 64 Audiokassetten aus dem SalzburgerSplitter-Nachlass von Ilka Peter66(1903–1999) digitalisiert. Es han-delt sich dabei um Feldrohdaten zu verschiedenen zentralen Themen-komplexen ihrer Forschungsinteressen.Als nächstes wurden 23 Tonbänder und Audiokassetten ausdem Nachlass Richard Wolframs67(1901–1995) digital gesichert. Dies64Hingewiesen sei hier vor allem auf IASA-TC 04(2009) Guidelines onthe Production and Preservation of Digital Audio Objects(vor allemKap. 5) sowie weitere relevante Reihentitel, die auf der Webseite derIASA frei zugänglich sind und teilweise von Mitarbeiter:innen desPhA mitgestaltet wurden. Vgl. International Association of Sound andAudiovisual Archives: IASA Special and Technical Publications. In: Inter-national Association of Sound and Audiovisual Archives, https://www.iasa-web.org/iasa-special-and-technical-publications(Zugriff: 19.1.2024).65Die erste Digitalisierungskampagne des SLIVK geschah mit denca. 70 Tonbändern aus dem Nachlass von Karl Haiding(1906–1985) inZusammenarbeit mit den Multimedialen Sammlungen(ehemals Bild-und Tonarchiv) des Universalmuseums Joanneum in Graz. WeitereZusammenarbeiten waren durch Personalengpässe verunmöglicht.66Zu Ilka Peter vgl. z. B. Gerlinde Haid: Art.„Peter, Ilka“. In: RudolfFlotzinger(Begr.), Barbara Boisits(Hg.): Österreichisches Musiklexikononline, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dcd0(Zugriff: 17.1.2024);zu Peters Werk: Ilka Peter: Gaßlbrauch und Gaßlspruch in Österreich.Salzburg 1953; Ilka Peter: Das Ranggeln im Pinzgau und verwandteKampfformen in den Alpenländern. Salzburg 1981; Ilka Peter: Tanz-beschreibungen. Tanzforschung. In: Österr. Volksliedwerk(Hg.): Fest-schrift zum 80. Geburtstag inkl. Bibliografie und Biografie durch MichaelMartischnig. Wien 1983.67Aus der Fülle von Literatur zum Leben und(heute ob seiner ideologi-schen Verstrickungen problematischen) Werk eines der Exponentender NS-Volkskunde bzw. der Wiener„Männerbund“-Schule seiengenannt: Alfred W. Höck: Richard Wolfram(1901 bis 1995).„Wir habeneinen Stern, dem wir gefolgt sind.“ In: Karel Hruza(Hg.): Österrei-chische Historiker. Lebensläufe und Karrieren 1900 bis 1945. Band 3.Wien u. a. 2019, S. 479–526(Open-Access: http://library.oapen.org/handle/20.500.12657/25196); Ulrike Kammerhofer-Aggermann: Mythen,Magie und Männerbund. Richard Wolframs Brauchtumsideologie Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsideologie und
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Digitale ethnografische Archive : Theorie- und Praxisperspektiven auf den Umgang mit Kulturerbe im digitalen Alltag
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