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gekennzeichnet. In diese Zeit fällt auch die Staatenbildung. Da der Heldund die mit ihm verknüpfte Ausbildung der Persönlichkeit das Wesent-lichste aller Erscheinungen ist, so sprechen wir nach WUNDT kurzweg voneinem Heldenzeitalter.
2. Die äufsere Kultur des Heldenzeitalters. Während imtotemistischen Zeitalter Wanderungen von Stämmen vor-kamen, handelt es sich jetzt, wo wir es mit Staaten zu tun haben, umWanderungen von Völkern. Die bereits erwähnten Wanderungender Malaien sind solche Stammeswanderungen. Sie zeichnen sich dadurchaus, dafs die Einwanderer mit den das betreffende Gebiet innehabendenUreinwohnern zu einem Ganzen verschmelzen. Das wandernde Volkhingegen bewahrt seine Eigenart, so geschah es mit den Babyloniern,als sie in das von Sumeriern besetzte Mesopotamien eindrangen.Es gibt eine Fülle derartiger Beispiele aus der Geschichte, wir wollen esaber hier an dem einen genug sein lassen. Charakteristisch für diesePeriode ist auch das Entstehen von Ackerbau und Viehzucht, das Auftretendes an den Pflug gespannten Ochsen. Nach WUNDT ist der Pflug ausdem Wagen hervorgegangen. Dieser wieder ist auf das Rad zurückzu-führen. Die von der Völkerkunde vertretene Ansicht, dafs der Pflug blofseine Weiterentwicklung des Grabstockes darstellt, ist wohl die richtigere;denn primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Pflüge lassen häufig noch deutlich genug ihre Abstammungerkennen, wie wir uns an manchen Museumsobjekten überzeugen können.Auch HEINRICH SCHURTZ¹ behauptet, dafs der Pflug aus dem Grabstockhervorgegangen sei, da bei den primitivsten Glossar ::: zum Glossareintrag primitivsten Formen desselben der wesent-lichste Bestandteil ein zugeschärftes Stück Holz ist. Nach E. HAHN2 jedochist der Pflug aus der beim Hackbau verwendeten Hacke entstanden.Es mag sein, dafs eine Form des Pfluges auf den Grabstock, eine andereauf die Hacke zurückzuführen ist, aber für WUNDTS Behauptung, dafs derPflug dem Wagen entstamme, vermag die Ethnologie wohl keine Belegeanzuführen. Das Vorbild des Rades mag zum Teil die Spinnwirtel, zumTeil jene Scheibe abgegeben haben, welche bei vielen Völkern zur Feierder Sonnen wende erzeugt wurde und die Sonne darstellen sollte. DieScheibe wurde ins Rollen gebracht und hatte so die Aufgabe, die Bewegungdes Himmelsgestirns zu veranschaulichen. In einer in ihrer Mitte befind-lichen Nut wurde häufig eine Holzstange gedreht und so durch die dabeientstehende Reibung ein Feuer entfacht. Es sollte das Symbol der Leucht-kraft der Sonne sein. Die sich bewegende Scheibe soll in dem Menschenden Gedanken erweckt haben, sie zur Beförderung von Lasten, also alsRad zu gebrauchen. Der Wagen war ursprünglich einräderig, eine ArtSchiebekarren. Später zwei-, schliefslich vierräderig. In diesem Zustandebegegnet uns das Vehikel bereits in der jüngeren Steinzeit. Damit ist esaber noch nicht abgetan; zur Pflugkultur bedarf es noch des Ochsenals Zugtieres; denn der Stier ist viel zu wild, um sich einspannen zu
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HEINRICH SCHURTZ, Urgeschichte der Kultur. Leipzig u. Wien
1900, S. 365.
2 E. HAHN, Die Entstehung der Pflugkultur. Heidelberg 1909,S. 152.